Wahl
Der Kreisschulrat Buchs-Rohr sucht einen Kurzzeit-Schulpfleger

Der Kreisschulrat Buchs-Rohr muss eine seltsame Wahl vollziehen.

Nadja Rohner
Merken
Drucken
Teilen
Die Kreisschule Buchs-Rohr.

Die Kreisschule Buchs-Rohr.

Sandra Ardizzone

Die Kreisschule Buchs-Rohr ist in ihren letzten Zügen. Und trotzdem braucht es noch einen Kreisschulrat, der letzte Entscheide fällt. Etwa über die Aufstockung des Schulsekretariats oder über das Budget 2018.

Der Stellenplan 2018, der allerdings nur bis 31. Juli gilt (danach übernimmt die neue Kreisschule Aarau-Buchs), wurde genehmigt. Dazu gehört eine Pen- senerhöhung bei der Schulverwaltung um 30 Prozent. Sie hat mehrere Gründe: Eine der beiden jetzigen Angestellten, Madeleine Neumann, wurde in Erlinsbach SO als Gemeindepräsidentin gewählt und reduziert ihr Pensum um 30 Prozent. Weil es schwierig wäre, jemand Neuen mit 30 Prozent einzuarbeiten, weil viele Überstunden angefallen sind und weil im Zuge der Überführung in die neue Kreisschule viel Arbeit anfällt, wird die Schulverwaltung um 30 weitere Prozent aufgestockt. Die Kreisschulräte genehmigten das mehrheitlich – liessen aber deutlich festhalten, dass diese Aufstockung bis Juli 2018 befristet ist und nicht unter die im Zuge der Kreisschulfusion versprochene Besitzstandswahrung (2 Jahre) fällt.

Genehmigt – mit 10:6 – wurde auch eine Gehaltserhöhung von 1 Prozent für die Schulangestellten (ausgenommen Lehrer, die vom Kanton besoldet werden), die dann tatsächlich von der Besitzstandswahrung abgedeckt wird. Man orientiert sich dabei an der Gemeinde Buchs, die in ihrem Budget 2018 ebenfalls eine Gehaltsanpassung in derselben Grössenordnung vorsieht. «Es ist aber absolut im Bereich des möglichen, dass der Einwohnerrat diese Erhöhung angesichts der finanziellen Lage ablehnt», sagte Kreisschulrat und Gemeinderat Anton Kleiber.

Unumstritten war das Budget 2018. Eine massive Reduktion auf der Aufwandseite gegenüber 2017 (rund 30 Prozent) erklärt sich damit, dass in der neuen Kreisschule Aarau-Buchs einige Posten, die bisher der Kreisschule belastet wurden, nun in den Gemeindebudgets abgebildet sind. Bereinigt geht das Budget von Minderausgaben von 155 400 Franken aus, das sind knapp 2 Pozent weniger als im letzten Budget.

Die Sache mit dem 5. Sitz

Für kollektives Kopfschütteln sorgte eine Ankündigung von Kreisschulratspräsidentin Priska Garbely: Es braucht ein neues Schulpflege-Mitglied. Obwohl dieses nur etwa ein halbes Jahr im Amt sein wird. Der Hintergrund: An der Kreisschulratssitzung vom 30. November wird ordentlich die Kreisschulpflege Buchs-Rohr neu gewählt. Wegen seines Umzugs hat Kreisschulpfleger Jules Fricker vor den Sommerferien sein Amt niedergelegt. Die vier anderen Kreisschulpfleger – Ueli Frey, Daniela Meier-Hächler, Simone Wildhaber und Boris Meyer – stellen sich zur Wiederwahl und sagen, sie könnten die verbliebenen Monate bis zur Auflösung der Kreisschule Buchs-Rohr (Herbst 2018) gut zu Viert bewältigen.

Aber: Weil festgelegt ist, die Kreisschulpflege bestehe aus fünf bis neun Mitgliedern, müsste der Kreisschulrat bei den ordentlichen Erneuerungswahlen auch mindestens fünf Kreisschulpfleger wählen. Der oder die Neue wäre dann, kaum eingearbeitet, schon wieder aus dem Amt entlassen. Aber das Gesetz will es so.

Nun wird in den Herbstferien die Ausschreibung für die Wahlen publiziert. Bis Ende Oktober können sich Personen melden, die gerne Kurzzeit-Kreisschulpfleger werden wollen. Da alle vier verbliebenen Kreisschulpfleger in Buchs wohnen, haben Rohrer grössere Chancen gewählt zu werden, da Rohr mindestens ein Sitz zusteht. Mit anderen Worten: Ein neuer Buchser Bewerber müsste einen der vier Bisherigen verdrängen.

Der Kreisschulrat lädt Mitte November alle Bewerber zu Gesprächen ein – «viele werden es angesichts der kurzen Amtsdauer nicht werden», vermutet Priska Garbely. Danach wählt sie die neue Kreisschulpflege. Doch Achtung: Werden im ersten Wahlgang nicht alle Sitze besetzt – etwa, weil das neue Mitglied das absolute Mehr nicht erreicht oder weil schlicht gar keine Bewerbungen eingehen –, müsste ein zweiter Wahlgang angesetzt werden. Dieser würde sich aber so sehr verzögern, dass er wohl hinfällig wäre, weil dann die verbliebene Amtsdauer zu kurz wäre. Klingt kompliziert?

Ist es auch. «Gibt es wirklich keine andere Möglichkeit?», fragte deshalb Anton Kleiber, «Dieser Riesenaufwand ist ja verrückt.» Nein, den gebe es nicht, sagte Priska Garbely, man habe das abgeklärt. Sie äusserte derweil die Hoffnung, dass sich unter den 13 Kandidierenden für die neue Kreisschulpflege Aarau-Buchs (AZ vom 26.9.) eine Person aus Rohr befinde, die sich auch für die Kreisschulpflege Buchs-Rohr wählen lassen würde. Namentlich bekannt sind diese Kandidaturen der Öffentlichkeit noch nicht.