Aarau

Der KIFF-Neubau ist ein finanzieller Hochseilakt

Die Initianten werden auf den Goodwill von Stimmbürgern und Sponsoren angewiesen sein.

Wie viel kostet der Neubau? Die Initianten des KIFF 2.0 weigerten sich bisher, eine Grössenordnung anzugeben. Immerhin sagten sie am Montag bei der Präsentation des Siegerprojektes, die Kosten seien höher als erwartet.

Und sie verrieten, dass es im Architekturwettbewerb keine finanziellen Vorgaben gegeben hatte, was die Höhe der Investitionen betraf. Mehrfach betont wurde aber, dass bei der Planung sehr stark auf optimale, günstige Betriebsabläufe geachtet worden sei und werde.

Die Ausgangslage: Das KIFF ist als Verein organisiert (Präsidentin Gisela Roth). Der Verein hat kein Vermögen. Der Betrieb läuft – nach schwierigen Zeiten – finanziell in ruhigen Bahnen. Letztes Jahr erhielt das KIFF 849 000 Franken Subventionen von Stadt, Kanton und Kuratorium (Eigenfinanzierungsgrad 68,2 Prozent). Das KIFF ist heute eingemietet bei der Immotelli AG (Georg Kunath). Der Verein will den Neubau selber realisieren – als Bauherr tritt also nicht die Stadt auf.

Stadt und Kanton finanzieren die Planung

Die Planung des KIFF 2.0 haben bisher die Stadt und der Kanton (Swisslos-Fonds) bezahlt. Für die Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie bis zum jetzt entschiedenen Architekturwettbewerb steuerten sie insgesamt 440'000 Franken bei.

Auch die nächste Planungsphase werden Stadt und Kanton finanzieren: Im Budget 2020 der Stadt Aarau sind dafür 350'000 Franken eingestellt (für 2021 sind weitere 125'000 Franken vorgesehen). Dieser Betrag war in der Einwohnerratsdebatte nicht umstritten.

«Bis Ende 2020 wollen wir einen Finanzierungsplan haben», erklärte Co-Geschäftsleiter Oliver Dredge am Montag. Man sei bestrebt, möglichst viele private Gelder zu organisieren, habe dafür etwa eine Person angestellt.

Die Initianten des KIFF 2.0 gehen davon aus, dass im besten Fall im Sommer 2021 in Aarau eine Volksabstimmung über den städtischen Beitrag stattfinden wird. Das deutet darauf hin, dass sie mit einem städtischen Beitrag von 6 oder mehr Millionen Franken kalkulieren (6 Mio. Fr. ist die Untergrenze für eine zwingende Volksabstimmung). Ob sie vom Kanton gleich viel erwarten, ist nicht bekannt.

Der Totalumbau der Alten Reithalle kostet gemäss bisheriger Kalkulation 20,45 Millionen Franken. Stadt und Kanton zahlen je 7,725 Millionen Franken, Sponsoren um die 5 Millionen. Ankersponsor ist die Aargauische Kantonalbank (AKB), die 3 Millionen Franken beisteuert. Die verbleibenden 2 Millionen Franken sind gesichert, die Suche nach den Sponsoren war aber eine Herausforderung.

Wie ein 15 Mio. Fr. teurer Bau finanziert werden könnte

Weil keine Grössenordnung der Kosten des KIFF-Neubaus bekannt ist, kann man sich einem Finanzierungsmodell nur auf spekulativer Ebene annähern. Denkbar wäre etwa: Durch Sparanstrengungen können die Gesamtkosten auf 15 Millionen Franken (sind heute wohl eher höher) gesenkt werden.

Denkbar wären Beiträge von Stadt und Kanton von je 6 Millionen Franken. Dazu kämen 3 Millionen Sponsorengelder – welche wohl nur zu finden sind, wenn ein Ankersponsor (ein Mäzen analog AKB) gefunden werden kann. Klar ist: Die Finanzierung des KIFF-Neubaus wird zur grossen Herausforderung – und sie könnte noch schwerer werden, wenn es bei der Alten Reithalle eine Kreditüberschreitung gäbe.

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Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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