Die gute Nachricht: Im Keba-Debakel konnte ein Durchbruch erzielt werden. Dank des Rückzugs der einzigen Beschwerde gegen die Betriebszeiten in der Hauptsaison (ab Oktober) ist die Existenz der Vereine nicht mehr gefährdet. Sie können wieder abends trainieren.

Doch noch ist nicht Ende gut, alles gut: Es fehlt als Letztes die rechtskräftige Bewilligung für die vorsaisonale Nutzung (ab dem 14. August). Neun Einsprecher können bis Ende Juli mit einer Beschwerde alles blockieren. Die Eishockeyaner versuchen, das mit einer Charmeoffensive zu verhindern. Sie gehen in diesen Tagen gezielt auf die Einsprecher zu.

«Wir suchen das Verständnis der Anwohner. Wir sehen die Probleme – sie sind teilweise berechtigt», erklärt Heinz Leuenberger, der Sportchef der Argovia Stars. «Wir hoffen, dass uns die Einsprecher eine Chance geben. Dass wir ab Mitte August Goodwill erarbeiten können.» Und er betont: «Die sportlichen Aktivitäten in der Halle hört draussen niemand. Sie ist dank der Totalsanierung optimal abgedichtet.»

Ähnliche Töne sind vom Eislaufclub Aarau (ECA) zu hören: «Wir sind sehr froh, dass für die Hauptsaison eine für Anwohner und Vereine tragbare Übergangslösung gefunden werden konnte und die Anwohner auf eine Beschwerde gegen den Entscheid des Gemeinderats Suhr verzichtet haben», erklärt ECA-Präsidentin Marianne Stocker.

Dies sichere das Weiterbestehen des 57-jährigen Vereins. Marianne Stocker weiter: «Jetzt hoffen wir, dass uns die Anwohner auch hinsichtlich Vorsaison entgegenkommen und wir wie in den Vorjahren bereits Mitte August mit dem Training starten können, um auch unseren hoffnungsvollen Nachwuchstalenten eine Perspektive zu bieten.»

Cupspiel gefährdet

Heinz Leuenberger schildert, was ein Scheitern der vorsaisonalen Nutzung für die Argovia Stars bedeuten würde: 450 Hockeyaner, darunter 300 Junioren, könnten anderthalb Monate lang nicht trainieren. Rund 60 Spiele könnten nicht in Aarau ausgetragen werden. Darunter auch der voraussichtliche Saison-Höhepunkt, das Cupspiel gegen die SCL Tigers (es soll am 20. September in der Keba stattfinden).

Meisterschaftsstart ohne Training?

Kommt die vorsaisonale Nutzung nicht zustande, müssten die Hockeyaner ohne Trainings in ihre Meisterschaften starten. Diese beginnen für die Junioren teilweise bereits am 2. September, für das Fanionteam am 23. September. Ohne vorsaisonale Nutzung müssten die ersten Spiele auswärts ausgetragen werden.

Gemäss der vom Gemeinderat Suhr erteilten, aber noch nicht rechtskräftigen Bewilligung kann die Hockeyhalle ab 1. August von Montag bis Sonntag von 7 bis 22 Uhr genutzt werden. Spiele müssen spätestens um 20 Uhr beginnen. Die Argovia Stars wollen diese Möglichkeiten nicht ganz ausnutzen. Einerseits soll der Trainings- und Spielbetrieb erst am 14. August beginnen, andererseits soll am Sonntag um 20 Uhr Schluss sein.

Gutes Konfliktmanagement

Das Keba-Debakel war vor einer Woche auch am Maienzug ein Thema: Stadtpräsidentin Jolanda Urech erklärte in ihrer Bankett-Rede, man sei daran, das «Gnusch im Fadechörbli» zu entwirren. Sie schloss mit der Bemerkung: «Eines ist klar: Die Keba ist da, um Schlittschuh zu laufen!»

Die Direktbetroffenen sind froh über das Engagement der Stadt. «Wir danken den Anwohnern für ihr Verständnis und Stadtrat Hanspeter Hilfiker sowie dem Gemeinderat Suhr für das bisher ausgezeichnete Konfliktmanagement», erklären ECA-Präsidentin Stocker und Argovia-Stars-Sportchef Leuenberger.