Aarau

Der Kammerchor C21 besingt sechs spezielle Orte in Aarau

Chorleiter Michael Schraner vor dem Krematorium Aarau, der zweiten Station auf dem musikalischen Rundgang. mch

Chorleiter Michael Schraner vor dem Krematorium Aarau, der zweiten Station auf dem musikalischen Rundgang. mch

Es ist eine gesangliche Expedition, auf die sich der Kammerchor C21 am Samstag in einer Woche begeben wird: Zwischen 7 und 17 Uhr treten die 22 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Michael Schraner an sechs ausgewählten Orten in Aarau auf.

Bei den Kurzkonzerten werden Gesang und umgebender Raum aufeinander Bezug nehmen und den Zuhörern neue Zugänge zu vertrauten Klängen eröffnen. Das Repertoire, das der Chor für sein Konzertprojekt mit dem Motto «Unterwegs» einstudiert hat, umfasst Kompositionen aus 500 Jahren Musikgeschichte und reicht von Werken Heinrich Isaacs, der im 15. und 16. Jahrhundert seine musikalischen Spuren hinterlassen hat, bis zu Mani Matters Mundartliedern.

Der Kammerchor C21 wurde vor drei Jahren durch ehemalige Schülerinnen und Schüler der Alten und der Neuen Kantonsschule Aarau gegründet. Für Michael Schraner bezieht sich denn das Motto «Unterwegs» nicht allein auf den konzertanten Stadtrundgang, sondern ebenso auf den Reifungsprozess des noch jungen Chores. «Der Chor befindet sich immer noch in der Startphase», sagt Schraner, der an der Musikhochschule Basel Chorleitung und Schulmusik studiert hat. «Wir wollen uns weiterentwickeln, Erfahrungen sammeln. Es gibt noch einiges am Chorklang zu arbeiten.»

Der Chor besingt den Bahnhof

Bei der Gründung haben Vorstand und musikalische Leitung sich die Frage gestellt, auf welche Weise der Kammerchor sich profilieren könne. «Da es schon sehr viele Chöre in der Region gibt, entschlossen wir uns, neben dem Vortrag traditioneller Literatur auch neue Wege zu gehen», blickt Schraner zurück.

Diese Wege führen beim Konzertprojekt, auf das sich der Kammerchor seit November vorbereitet, unter anderem in die Unterführung Ost im Aarauer Bahnhof.

Den roten Faden bildet hier Mani Matters «Lied vo de Bahnhöf». Während des Konzerts wird auf dem grossen Werbebildschirm der SBB ein eigens für die Aufführung produzierter Film gezeigt. «Der Auftritt im Bahnhof wird den Charaker eines Flashmobs haben», sagt Schraner. «Es wird spannend sein, die Reaktionen der Passanten zu beobachten.»

Ein Aufschlüsseln der Chormusik

Eine weitere Station auf dem musikalischen Stadtrundgang ist der Aufschluss Meyerstollen mit seinen drei Wölbungen, die bei Michael Schraner während einer Besichtigung die Assoziation zu einem schwangeren Leib weckten. Präsentiert werden hier geistliche Werke mit Bezug auf Mariä Empfängnis. Beim Konzert wird sich das Publikum in der mittleren Wölbung aufhalten, flankiert vom Chor sowie vom Gitarristen Martin Pirktl.

Melodien werden neu geschichtet

Ein ausgewiesener Charakterzug der sechs Kurzkonzerte wird sein, dass einzelne Bruch- und Versatzstücke der vorgetragenen Kompositionen gefiltert werden, um sie in ungewohnte Klangfelder und Klangschichtungen einzubetten. «Es handelt sich um ein strukturelles Aufschlüsseln einzelner Ausschnitte der gesungenen Stücke», so Schraner. «Dabei arbeiten wir auch mit Loops und Patterns. Wir zerlegen das Werkganze in seine einzelnen Teile, respektive finden von den Teilen zum Zusammenhang.»

Unterstützt wird der Kammerchor bei den Kurzkonzerten von verschiedenen Instrumentalmusikern. Aus dem Zusammenspiel wird eine geführte Improvisation resultieren, welche auch vom Chorleiter nicht im Detail planbar ist. Das macht Michael Schraner aber keineswegs nervös, sondern erfüllt ihn mit grosser Vorfreude.

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