Dies erklärt Erhard Windisch, Präsident der Jagdgesellschaft Rohr.

Ein Eingriff in Natur und Landschaft kann der Natur auch zum Nutzen gereichen. Ein Paradebeispiel sind der Bau des Staffeleggzubringers und die gleichzeitige Renaturierung der Flusslandschaft.

Die Wanderer auf dem Damm haben Einsicht in einen artenreichen Flussraum mit vielen interessanten Pflanzen und Tieren. Beobachtungen von Fischen, Amphibien, Vögeln, Säugetieren, Blumen, Insekten sind möglich. Das Gebiet nördlich des Dammweges liegt tief und wird deshalb periodisch von der Aare unter Wasser gesetzt. Die Naturschützer erwarten Veränderungen, wie sie in dynamischen Auen typisch sind.

Urwaldähnlicher Naturraum

Die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt (AGnu), in der die Umweltorganisationen der Region mitarbeiten, freut es, dass in Aarau ein von menschlichen Eingriffen weitgehend freier urwaldähnlicher Naturraum entsteht. Ein Naturraum, der allerdings Pflege und Unterhalt benötigt, wie Peter Jean-Richard, Aarau, und Werner Holliger, Erlinsbach, erklären. Sie verfechten in der Angelegenheit Hochsitz die Interessen des Naturschutzes.

Zwischen Damm und Aare steht ebendieser Hochsitz, den die Jagdgesellschaft Rohr für die Jagd verwendet. Die AGnu möchte das Auengebiet möglichst frei von Bauten halten und versuchte deshalb mit den Jägern, die Verlegung des Hochsitzes an einen anderen Ort zu vereinbaren. Es brauchte seine Zeit, bis die Jäger und Naturschützer überhaupt an einem Tisch sassen.

Die Aussprache war erst nach mehr als einem Jahr auf Vermittlung der Sektion Jagd und Fischerei des Baudepartements zustande gekommen. Und führte nicht zum von den Naturschützern erhofften Ergebnis.

«Kompetenz der Jäger»

Die Jäger beharrten auf ihrem Recht, dort Hochsitze aufzustellen, wo sie diese für die Jagd für richtig halten. Erhard Windisch: «Wir haben einen öffentlichen Auftrag im Revier, das bis zur Aare reicht.» Der Jäger ist überzeugt, dass im wachsenden Dickicht sich bald Wildschweine verstecken, die gejagt werden müssen, wenn sie keinen Schaden anrichten sollen. Zu entscheiden, wo der Hochsitz stehen müsse, liege in der Kompetenz der Revierpächterin.

Die Naturschützer Jean-Richard und Holliger hoffen auf «spätere Einsicht». Sie hätten ja ähnlich gelagerte Interessen. Jäger wie Naturschützer, setzten sich für Naturwerte ein, sagen sie. «Ein moderner Naturschutz, wie wir ihn vertreten, fordert nicht Zäune und Verbote. Wir möchten die Natur den Menschen näher bringen.»

Dies, meinen sie, könnten die Naturschützer zusammen mit den Jägern tun, indem sie gemeinsam überlegen, wie die Menschen in ihrer Freizeit die Auen nutzen können. Jäger und Naturschützer würden für ihre jeweilige Arbeit zum Wohl der Natur gute Werbung machen.