Buchs
Der Investor für den Bärenplatz ist gefunden, bleibt aber noch anonym

Immer wieder haben sich Pläne zerschlagen, doch jetzt kommt Hoffnung auf: Eine Projektstudie zeigt, wie der Bärenplatz in Buchs genutzt werden könnte.

Hubert Keller
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Die Studie der Architekten zeigt, wie das künftige Zentrum auf dem Bärenplatz aussehen könnte.

Die Studie der Architekten zeigt, wie das künftige Zentrum auf dem Bärenplatz aussehen könnte.

Visualisierung: Frei Architekten

Das Aufatmen, das durch den Einwohnerrat ging, war, wenn nicht hörbar, so doch spürbar: Endlich geht etwas beim Bärenplatz! Die Erleichterung war auch Gemeindeammann Urs Affolter anzusehen.

Nachdem er in den vergangenen Jahren, damals noch als zuständiger Gemeinderat, von gescheiterten Verhandlungen und abgebrochenen Übungen hatte berichten müssen, verkündete er am Dienstagabend: «Wir haben einen Investor, der ernsthaftes Interesse am Bärenplatz zeigt, gefunden.»

Der Bärenplatz liegt heute die meiste Zeit brach.

Der Bärenplatz liegt heute die meiste Zeit brach.

Hubert Keller

Was den Namen betrifft, gab sich Affolter allerdings zugeknöpft: «Wir sind in Verhandlungen.» Namen gebe es vorläufig noch nicht. «Allerdings», so der Gemeindeammann, «der Investor hat in der Region bewiesen, dass er solche Projekte zum Fliegen bringen kann.»

Urs Affolter präsentierte dafür eine Projektstudie aus der Feder der Frei Architekten Aarau. Das Gebäude käme in die Kurve der Mitteldorfstrasse zu stehen und würde den geräumigen Platz zwischen der Strasse und dem Platz vor dem Gemeindesaal abschliessen. Rund 1600 Quadratameter würden überbaut, etwa 4000 blieben unbebaut.

Im Erdgeschoss, allenfalls auch im ersten Obergeschoss sind öffentliche Nutzungen vorgesehen. Affolter kann sich die Dorfbibliothek, ein Gesundheitszentrum, ein Café, aber auch Büros der Gemeindeverwaltung vorstellen. Die weiteren Obergeschosse wären für Wohnungen reserviert.

Mehr Acker als Wiese

Heute ist der Bärenplatz eine öde, vor allem aber kaum genutzte Fläche, mehr Acker als Wiese. Die Zelte der Gewerbeausstellung werden jeweils darauf aufgestellt oder, wie am vergangenen Jugendfestwochenende, Scooter und andere Lunapark-Attraktionen.

Der Bärenplatz hat seinen Namen vom Wirtshaus «Zum Bären». 1987 war auf dem privaten Areal eine Überbauung mit Hotel, Restaurant, Läden und Wohnungen geplant. Die bestehenden Gebäude wurden abgebrochen und das Grundstück vorbereitet. Doch als der damalige Eigentümer in finanzielle Schwierigkeiten geriet, zerschlugen sich die Pläne.

Durch Landabtausch kam 1997 die Gemeinde in den Besitz des Areals. Fast im Jahresrhythmus folgten Standortanalysen, Entwicklungskonzepte Studienaufträge und Projektstudien. 2008 lag ein Projekt vor, das ein Dienstleistungszentrum mit Cafeteria, Läden und Angebote im Gesundheitsbereich vorsah.

Ein Investorendossier wurde erstellt. Doch das Kaufangebot entsprach nicht den Vorstellungen der Gemeinde. Die Verhandlungen scheiterten. Der Neustart scheint vielversprechend.

«Was lange währt, wird endlich gut», meinte Einwohnerrätin Sonja Füllemann (FDP). Dieter Ruf (SVP) gratulierte: «Ein guter Ansatz.» Nun zeige sich, dass etwas möglich ist, sagte Ueli Kohler (FDP): «Wenn es mit diesem Investor auch nicht klappen sollte, ist das der richtige Weg.»

«Endlich kommt Leben ins Geschäft», meinte Heidi Niedermann (CVP). Werner Schenker (Grüne) hofft, dass dank dieses Projekts die Söhne der ansässigen Hausärzte im Dorf praktizieren können. Nur Marc Jaisli (SVP) äusserte leise Zweifel: «Sind wir wirklich weiter als auch schon?»

Vorschläge aus der Ratsmitte

Aus der Ratsmitte wurden Vorschläge gemacht: Das Land sei im Baurecht abzugeben, damit generiere die Gemeinde willkommene Finanzerträge, meinte Joel Blunier (EVP). Dimitri Spiess (SP) ist es ein Anliegen, dass der Platz bis Baubeginn öffentlich genutzt werden kann. Und Ineke Irniger (SP) will geprüft haben, ob ein solches Projekt nicht auch auf genossenschaftlicher Basis realisiert werden könnte.

Wie der Platz zwischen dem künftigen Zentrum und dem Gemeindesaal gestaltet und genutzt werden soll, lässt Affolter noch offen: «Zuerst muss nun das vorliegende Projekt definitiv auf die Schiene gebracht werden.»