Aarau/Suhr
Der Handballprofi, der eigentlich hätte Judokämpfer werden sollen

Der neu verpflichtete Kreisläufer Stevan Kurbalija hat sich beim HSC Suhr Aarau auf Anhieb als Leistungsträger etabliert.

Fabio Baranzini
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Mit 17 Jahren erhielt Stevan Kurbalija bei Roter Stern Belgrad seinen ersten Profivertrag, jetzt ist er beim HSC Suhr Aarau.

Mit 17 Jahren erhielt Stevan Kurbalija bei Roter Stern Belgrad seinen ersten Profivertrag, jetzt ist er beim HSC Suhr Aarau.

Fabio Baranzini

Der HSC Suhr Aarau will zurück in die Nationalliga A. Und zwar so schnell wie möglich. Gleich nach dem Abstieg aus der höchsten Spielklasse im letzten Frühling haben die Vereinsverantwortlichen dieses Ziel bekannt gegeben. Entsprechend haben die Suhrer auch eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt. Einer, der in den Aufstiegsplänen des HSC eine zentrale Rolle spielt, ist der neu verpflichtete Kreisläufer Stevan Kurbalija.

Aus zwei Gründen wichtig

Der 30-jährige Serbe ist für den derzeitigen Tabellenzweiten in der Nationalliga B gleich aus zwei Gründen besonders wichtig: Einerseits ist Kurbalija aufgrund seiner sportlichen Fähigkeiten und seiner Routine neben Mischa Kaufmann der absolute Leistungsträger im Team seines neuen Arbeitgebers, andererseits arbeitet er im Verein auch als Trainer.

Er ist U13-Cheftrainer, leitet mehrere U15-Trainings, und einmal pro Woche übernimmt er auch die Leitung des Trainings der ersten Mannschaft. «Das habe ich mir so gewünscht. Ich möchte später unbedingt als Coach arbeiten und bin mitten in der Ausbildung», so Kurbalija, der bereits über eine B-Lizenz als Trainer verfügt.

Handball statt Judo

Aufgewachsen ist Stevan Kurbalija in Serbiens Hauptstadt Belgrad. Beim dortigen Spitzenteam Roter Stern Belgrad hat er auch seine handballerische Grundausbildung absolviert. Für Kurbalija war früh klar, dass er Handball spielen wollte. Und das, obwohl sein Vater für ihn eine ganz andere Sportkarriere vorgesehen hatte. «Mein Vater war Judoprofi und wollte unbedingt, dass ich in seine Fussstapfen treten würde», so Kurbalija. «Ich habe dann auch mit Judo begonnen, aber nach drei Monaten wieder aufgehört. Ein Einzelsport ist nichts für mich. Ich kann nicht jeden Tag allein trainieren. Ich mag es, wenn ich 14 oder 15 Kollegen um mich herum habe. Dann läuft immer etwas.»

Dass Stevan Kurbalija Talent hat, bewies er schon früh. Bereits mit 17 Jahren erhielt er bei Roter Stern Belgrad seinen ersten Profivertrag und durfte gleich in seiner ersten Saison in der Champions League ran. «Das war eine unglaubliche Erfahrung. Ich spielte da gleich gegen meine Idole. Von diesem Moment an wusste ich, dass ich noch härter trainieren würde, um regelmässig auf diesem Niveau spielen zu können», sagt Kurbalija.

Erster Aufstieg mit dem HSC?

Bis heute hat Stevan Kurbalija vier Mal in der Champions League gespielt. Drei Mal mit seinem Heimclub Roter Stern Belgrad und ein Mal mit GC Amicitia Zürich. Die Zürcher waren seine erste Adresse im Ausland. «Ich wollte schon als kleiner Junge in die Schweiz kommen, um hier Handball zu spielen und zu leben. Als GC Amicitia 2009 einen Kreisläufer suchte, habe ich sofort eine DVD mit Videos von mir geschickt», erinnert sich Kurbalija. Nur zwei Tage später erhielt er bei den Zürchern einen Vertrag und spielt seither in der Schweiz. Zwei Jahre für GC Amicitia, vier für die Lakers Stäfa. Und nun ist Stevan Kurbalija beim HSC Suhr Aarau gelandet. Für zwei Jahre hat er unterschrieben, mit der Option für eine weitere Spielzeit. «In meinem Alter schätze ich es, wenn ich längerfristig planen kann. Diese Chance hat mir der HSC gegeben.» Doch der Serbe hat nicht bloss deswegen gewechselt. «Ich stehe schon seit drei, vier Jahren mit Suhr in Kontakt. Der HSC ist ein Traditionsverein, wie das auch Roter Stern war. Das ist mir wichtig. Zudem habe ich hier die Chance, erstmals in meiner Karriere einen Aufstieg zu schaffen. Das ist sicher auch ein tolles Erlebnis», sagt Kurbalija lachend.

Der nächste Schritt auf dem Weg in Richtung Nationalliga A ist das Heimspiel am Sonntag gegen Yellow/Pfadi (17 Uhr, Schachen, Aarau).