Aarau

Der grosse Strompreisvergleich: Kölliken hat regional den billigsten Strom

Die Hälfte der Aargauer profitiert von tieferen Strompreisen.

Die Hälfte der Aargauer profitiert von tieferen Strompreisen.

Der grosse Strompreisvergleich zeigt, wer mehrere hundert Franken spart. Im letztjährigen AZ-Vergleich war Rupperswil der Sieger.

Im Frühling 2018 lehnten die Kölliker mit knapp 65 Prozent der Stimmen den Verkauf ihres kommunalen Stromversorgers EWK Energie AG ab. Hätten sie das nicht getan, hätten sie im kommenden Jahr nicht den billigsten Strom in der AZ-Region Aargau West, sondern fast den teuersten. Nur in Hunzenschwil werden die Konsumenten noch minim stärker zur Kasse gebeten, als in den 14 Eniwa-Gemeinden, zu den Kölliken nach einem Verkauf (die Gemeinde hätte von der Eniwa 12 Millionen Franken kassiert) auch gehört hätte.

Im AZ-Fallbeispiel beträgt die Differenz 302.40 Franken – der Strom wäre für die Kölliker also fast 50 Prozent teuerer. Natürlich ist das eine Momentaufnahme, wenn wieder einmal grössere Investitionen getätigt werden müssen, wird der Kölliker Strom auch wieder teuerer. Ein pikantes Detail: Kölliken bezieht seinen Strom von der Eniwa (gleicher Mix, Wasserkraft).

Wie gross die Sprünge sein können, zeigt das Beispiel von Rupperswil, dem letztjährigen Sieger im AZ-Vergleich. Der Preiserhöhung 2021 beträgt dort 23,7 Prozent. Unter anderem verursacht durch eine höhere Konzessionsabgabe (faktisch eine kommunale Steuer) und tieferen Atomstromanteil (nur noch 50 Prozent).

Am grössten ist der Abschlag in den 19 AEW-Gemeinden

Vergleiche von Stromkosten sind schwierig, aber dank des Strompreisrechners der ElCom, der unabhängigen eidgenössischen Regulierungsbehörde, möglich. So bezahlt ein Durchschnittshaushalt im oberen Wynental (Reinach, Menziken, Gontenschwil, Zetzwil) im kommenden Jahr 704.7 Franken (ElCom-Beispiel H3: 4500 kWh/Jahr: Vierzimmerwohnung mit Elektroherd und Elektroboiler). Die Wynentaler gehören damit zu den Glücklichen, die dank ihrer EWS Energie AG extrem günstigen Strom haben. Noch günstiger ist die Energie in der EWS-Gemeinde Birrwil, die nach wie vor auf das Erheben einer kommunalen Konzessionsgebühr verzichtet (das tun auch noch Niederlenz und Möriken-Wildegg).

Die Entwicklung der EWS-Tarife wird man in Beinwil am See mit Interesse verfolgen. Die Gemeinde lässt ihr eigenständiges EW (Technische Betriebe Beinwil am See) von der EWS betreiben, denkt aber über eine Neuorganisation nach. Eventuell gibt’s einen Verkauf an die EWS. Die Beinwiler sind kommendes Jahr in der Top 15 im Aargau West.

In 19 Gemeinden ist das AEW Direktlieferant der Stromkunden. Diese profitieren im kommenden Jahr von einem Abschlag von 10,97 Prozent (nach einen Aufschlag von 6,99 Prozent in diesem Jahr). Sie kommen damit in den Genuss der grössten Reduktion. In mehr als der Hälfte der Gemeinden der AZ-Region Aargau West (33 von 57) wird der Strom im kommenden Jahr günstiger.

Lenzburg ist neu günstiger als Staufen

In der Zeit der Zukunftsraum-Abstimmungen ist interessant, wie dessen einzelne Gemeinden stehen. Die Eniwa (Aarau, Unterentfelden) ist im Fallbeispiel mit 915.75 Franken deutlich am teuersten. Gefolgt von Suhr (TBS) mit 814.5 Franken und Oberentfelden (Technische Betriebe) mit 726.75 Franken.

Lenzburg (SWL) hat sich weiter verbessert und ist jetzt auf Rang 12 – unmittelbar vor Staufen (eigenes EW).

Autorin

Kim Barbara Wyttenbach

Autor

Urs Helbling

Urs Helbling

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