58 Gemeinden
Der grosse Steuervergleich: Wer optimal wohnt, spart viel Geld

Im 2018 steigen die Steuern in 23 Gemeinden der Regionen Aarau, Lenzburg/Seetal und Wynen-/Surental. Ein Vergleich der AZ zeigt: Für die Durchschnittsfamilie spielt der Wohnort eine grosse Rolle.

Melanie Eichenberger
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Niemand zahlt gerne Steuern. Bei der Wohnungssuche lohnt sich deshalb auch ein Blick auf den Steuerfuss.

Niemand zahlt gerne Steuern. Bei der Wohnungssuche lohnt sich deshalb auch ein Blick auf den Steuerfuss.

Sandra Ardizzone

Uerkheim bekommt im Jahr 2018 Gesellschaft von Hendschiken auf dem Podest der teuersten Gemeinden der Region. Der Steuerfuss beträgt 2018 zwischen 65 Prozent in Meisterschwanden und 125 Prozent in Hendschiken und Uerkheim. Rund die Hälfte der Gemeinden haben den 3-Prozent-Steuerfussabtausch mit dem Kanton an ihre Einwohner weitergegeben. Zwei Gemeinden haben den Steuerfuss noch weiter gesenkt, 23 haben ihn faktisch erhöht. Spitzenreiter ist Dürrenäsch mit einer Erhöhung von faktisch 13 Prozent auf 95 Prozent.

Was das konkret bedeutet, zeigen die Berechnungen der AZ anhand einer Beispiel-Familie. Dabei sieht diese wie folgt aus: Die Eltern sind verheiratet und haben zwei Kinder. Das gemeinsame Bruttoeinkommen beläuft sich auf 9000 Franken pro Monat (er 6500 Franken, sie 2500 Franken). Das steuerbare Einkommen ist 80'000 Franken. Das Ehepaar hat zudem kein steuerbares Vermögen (also weniger als 224'000 Franken auf der hohen Kante). Im Rechenbeispiel zahlt die Familie weder Feuerwehr- noch Kirchensteuern.

439 Franken mehr Steuern

Die durchschnittliche Steuerbelastung in der Region macht 2018 für diese Familie 7389 Franken aus (plus 60 Franken im Vergleich zum Vorjahr). Dies unter Voraussetzung, dass die Familie nicht in einer der Steuerhöllen der Region wohnt: Die Uerkner und Hendschiker Steuerrechnung beläuft sich auf 8001 Franken.

Neu in der Top drei der teuersten Gemeinden ist Schlossrued. Dort wird die Familie mit 7934 Franken belastet. Nur in zwei Gemeinden sinken im Vergleich zum Vorjahr die Steuern: In Densbüren bezahlt die Familie künftig 135 Franken weniger, in Reinach 34. Massiv teurer wird es für Familien in Dürrenäsch und Ammerswil: Mit 439 Franken mehr wird das Familien-Budget in Dürrenäsch belastet, mit 338 in Ammerswil.

Einen Teilzeit-Lohn einsparen

Steuerparadies ist und bleibt Meisterschwanden. Dort betragen die Steuern der Beispiel-Familie 5976 Franken. Also 2026 Franken weniger als in Hendschiken oder Uerkheim. Die Differenz entspricht demzufolge rund vier Fünfteln des monatlichen Einkommens der Ehefrau unserer Beispiel-Familie.

Neben Meisterschwanden lohnen sich steuertechnisch auch die Gemeinden Seengen, Staufen und Birrwil. Letztere rutscht neu in die Top vier der steuergünstigsten Gemeinden. Die Steuerbelastung hat sich dort zwar im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert, mit 6820 Franken bleiben die Ausgaben aber konstant tief.