Küttigen
Der Gemeinderat will noch für Jahre nicht am Steuerfuss schrauben

Ein Steuerfuss von 103 Prozent ist in Küttigen schon seit zwölf Jahren Tatsache. Das soll auch für die nächsten sechs Jahre so bleiben.

Hubert Keller
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Küttigen kassiere nicht Steuern auf Vorrat, so Gemeinderat Forster. Aber es werde auch erst investiert, wenn das Geld vorhanden ist.

Küttigen kassiere nicht Steuern auf Vorrat, so Gemeinderat Forster. Aber es werde auch erst investiert, wenn das Geld vorhanden ist.

Keystone

Die Einwohnergemeinde Küttigen operiert seit 12 Jahren mit einem unveränderten Steuerfuss von 103 Prozent – und dabei soll es auch bleiben, laut Finanzplan mindestens bis 2020. «Wir planen unsere Investitionen und Ausgaben sorgfältig», sagt der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Peter Forster, «nach Dringlichkeit und Notwendigkeit.»

Dass Steuern auf Vorrat kassiert würden, verneint er. Allerdings würden, so Forster, Investitionen erst vorgenommen, wenn das Geld dafür vorhanden sei. «Die Investitionen in Unterhalt und Sanierung, die in den nächsten sechs Jahren notwendig werden, sind uns bekannt.» Die Investition von 11 Millionen Franken in das neue Schulhaus Dorf hat die Gemeinde gerade erst verkraftet. Das Schulhaus werde unter dem genehmigten Kredit abgerechnet, versichert Forster.

Die Einwohnergemeinde Küttigen budgetiert Ende 2016 ein Vermögen von netto 2,7 Millionen Franken. Das entspricht 440 Franken pro Einwohner. «Ein sehr guter Wert», sagt Forster. Das Budget 2016 geht von einem operativen Ergebnis ohne Eigenwirtschaftsbetriebe von 633 000 Franken aus. Das laufende Jahr 2015 soll gar mit einem Überschuss von 968 000 Franken abgerechnet werden.

2016 rechnet Küttigen allerdings auch mit massiven Mehrkosten von mehr als 900 000 Franken. Diese ergeben sich aus höheren Aufwendungen beim Personalaufwand, höheren Kosten für die Feuerwehr, ausserordentlichen Mehrkosten für die EDV der Schule, höheren Schulungskosten für die auswärts zu unterrichtenden Schülerinnen und Schüler, Mehrkosten durch die Einführung der Tagesbetreuung, stark erhöhtem Beitrag an die Langzeitpflege sowie höheren Kosten beim Strassenunterhalt und dem höheren Beitrag in den Finanzausgleich.

Die Investitionsrechnung sieht Nettoinvestitionen von 5'096'000 Franken vor. Die grössten Aufwendungen betreffen die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehr- und Werkgebäudes (1,8 Millionen Franken), den Landkauf auf dem Schulareal Stock (980 000 Franken), den Radstreifen Bibersteinerstrasse, Stockweg-Fluhweg (376 000 Franken) und die Sanierung des Burghaldeweges (400 000 Franken). Aus der Erfolgs- und Investitionsrechnung ergibt sich nach Berücksichtigung der voraussichtlichen Selbstfinanzierung von 2,25 Millionen Franken (operatives Ergebnis 633 000 Franken und Abschreibungen 1,6 Millionen) ein Finanzierungsfehlbetrag von rund 2,85 Millionen Franken. Dieser kann vollumfänglich aus den noch vorhandenen eigenen Mitteln finanziert werden.

Die Einkommens- und Vermögenssteuern der natürlichen Personen werden mit einem Sollbetrag von 17,2 Millionen Franken budgetiert. Inklusive Nachsteuern und Bussen bei den natürlichen Personen, Quellensteuern, Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen, Vermögensgewinnsteuern sowie Erbschafts- und Schenkungssteuern ist ein gesamter Ertrag von 18,253 Millionen Franken vorgesehen.

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