Gränichen

Der Gemeinderat setzt auf das Prinzip Hoffnung

Der Gränicher Gemeinderat erwartet für 2020 ein leichtes Plus – aber nur wenn Bauland verkauft werden kann.

Für das Budget 2020 wird ein leichtes Plus erwartet – aber nur, wenn die Gemeinde Gränichen es schafft, Bauland zu verkaufen.

In Gränichen scheint das eine magische Zahl zu sein, die 111: Seit die Gemeinde den Steuerfuss 2012 auf diese 111 Prozent gesenkt hat, hält sie Jahr für Jahr, so gut es geht, daran fest. Letztes Jahr gab Gränichen den Steuerfussabtausch von drei Prozent mit dem Kanton nicht an ihre Bevölkerung weiter, auf dem Papier blieb der Gemeindesteuerfuss gleich. Auch 2020 soll er unverändert bleiben. Beim Budget rechnet der Gemeinderat so mit einem leichten Plus von 9300 Franken.

Dieser Wert kommt aber nur zustande, wenn die Gemeinde eine ihrer Baulandparzellen im Gebiet Rütenen für 450 000 Franken verkaufen kann. Schon dieses Jahr wollte sie das Land verkaufen, konnte aber zu dem Preis keinen Käufer finden.

Ohne diese Verschiebung auf nächstes Jahr würde das Budget 2020 ein Minus von über 400 000 Franken aufweisen, was über zwei Steuerprozent entspricht. «Das ist aber kein Manöver, um die Budgetsituation zu beschönigen», sagt Gemeindeammann Peter Stirnemann.

«Es gibt weitere Gründe für das Ausbleiben dieses Betrags. Wir werden darüber transparent und ausführlich an der Gemeindeversammlung orientieren.» Diese findet am 25. November statt, das Budget 2020 wird dann vorgelegt.

Gemeinde rechnet mit Anstieg der Bevölkerung

Ob trotz der derzeit abkühlenden Baukonjunktur der Verkauf der Landreserve zum erhofften Preis erfolgen kann, ist unklar. Gemeindeammann Peter Stirnemann gibt sich aber zuversichtlich: «Wenn man die Bautätigkeiten im Gebiet Rütenen beobachtet, ist der Gemeinderat überzeugt, den gewünschten Betrag im 2020 zu erhalten. Zumal zurzeit mehrere Interessenten über einen Makler ihre Möglichkeiten prüfen.» In Gränichen sei zudem nur noch sehr wenig erschlossenes Bauland auf dem Markt erhältlich.

Gränichen weist derzeit kantonsweit den zweithöchsten Leerwohnungsbestand auf. «Darüber sind wir auch nicht glücklich», sagt Peter Stirnemann. Der Landverkauf habe mit dem hohen Leerstand der Mietwohnungen aber nichts zu tun.

«Mit den in den letzten Jahren erstellten Überbauungen wurde die Nachfrage vom Wohnungsangebot überholt. Aber in den letzten paar Monaten hat sich diese Situation fast täglich verbessert.»

So erwartet die Gemeinde denn auch ein ausserordentliches Wachstum der Bevölkerung: Bei den Einkommens- und Vermögenssteuern rechnet sie mit einen Anstieg um zwei Prozent. Der Steuerertrag im Budget 2020 erhöht sich so um 784 000 Franken, die Gemeindesteuern steigen um 560 000 Franken.

Beim Schulgeld hat der Kanton Änderungen in der Rechnungsstellung beschlossen. Die Zahlungen im Bereich Oberstufe an Suhr werden im Jahr 2020 rückwirkend für 2019 in Rechnung gestellt.

Der Betrag von 295 200 Franken erfolgt im 2020 somit quasi doppelt, wird in Zukunft aber kleiner sein. Die Kosten der Sozialen Sicherheit steigen gemäss Budget um 945 553 Franken, vor allem in den Bereichen Kinderbetreuung (+126 461 Franken), Leistungen an Pensionierte (+119 984 Franken) und Materielle Hilfe (+538 684 Franken). Bei der neu organisierten Regionalpolizei Suret können die Kosten vorerst um 15 700 Franken reduziert werden.

Erschliessung Oberfeld, Sanierungen, Werkhof

Die Einwohnergemeinde rechnet mit Investitionen von fast 4,6 Millionen Franken. Diese betreffen den Werkhof-Neubau, die Erschliessung Oberfeld inklusive Kreisel und diverse Strassensanierungsprojekte. 2,14 Millionen Franken davon finanziert sie selber: Der Gemeinderat erwartet Einnahmen von 1,1 Millionen Franken von der Subvention für den Werkhof sowie Amortisationen der Darlehen der Gränichen Wasser und Energie AG.

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