Buchs
Der Gemeinderat Buchs schliesst Fusion vorläufig aus

Einzelne Bürger erwarten von der Behörde in Sachen «Zukunftsraum Aarau» mehr visionäre Sicht. Dies wurde an einer Informationsveranstaltung deutlich.

Hubert Keller
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So präsentierte sich die Gemeinde Buchs, bevor die Arbeiten im Aarauer Entwicklungsgebiet Torfeld (links) einsetzten.

So präsentierte sich die Gemeinde Buchs, bevor die Arbeiten im Aarauer Entwicklungsgebiet Torfeld (links) einsetzten.

zvg

«Dem Gemeinderat fehle die visionäre Sicht», meinte ein Buchser, nachdem Gemeindeammann Urs Affolter klar gemacht hatte, dass der Gemeinderat die verstärkte interkommunale Zusammenarbeit favorisiere und eine Gemeindefusion ausschliesse. Rund 80 Personen waren seinen Ausführungen am Info-Abend in der Aula Gysimatte zum Projekt «Zukunftsraum Aarau» aufmerksam gefolgt.

Ursprünglich hatte sich Buchs am Projekt «Zukunftsraum Aarau» nicht beteiligen wollen. Erst im Herbst 2014 schwenkte der neu zusammengesetzte Gemeinderat um. Er stützte sich dabei auf eine Umfrage in der Bevölkerung, die zutage gebracht hatte, dass eine verstärkte regionale Zusammenarbeit gewünscht wird, die Selbstständigkeit der Gemeinde aber erhalten bleiben soll. Drei Viertel hatten sich für die Gemeindeautonomie ausgesprochen. Auf diesem klaren Votum beruht denn auch die ablehnende Haltung des Gemeinderates gegenüber einer Fusion.

Die Gemeinde Buchs zählt 7 800 Einwohner. Sie liegt damit weit über dem schweizerischen Durchschnitt von rund 4000 Einwohnern. «Wir sind lebensfähig», sagte Affolter, «wir sind finanziell gesund und wollen es auch bleiben.» Affolter sieht, auch aufgrund der erwähnten Umfrage, nicht, dass eine Fusion mit welcher Gemeinde auch immer zum heutigen Zeitpunkt politisch machbar wäre.

Ein Teilnehmer meinte allerdings, mit dem Bericht des Kompetenzzentrums für Public Management der Universität Bern zum «Zukunftsraum» ergebe sich eine neue Ausgangslage, eine neuerliche Umfrage sei deshalb angemessen. Ein anderer Teilnehmer störte sich daran, dass sich der Gemeinderat bereits jetzt derart entschieden für die Variante einer verstärkten interkommunalen Zusammenarbeit festlege, nachdem die Projektleitung doch erst im März nächsten Jahres, nach Eingang der Vernehmlassungen aus den Gemeinden, über das weitere Vorgehen entscheiden werde. Affolter beruhigte, auch die Buchserinnen und Buchser hätten selbstverständlich weiterhin die Möglichkeit, ihre Anregungen, Anliegen und Fragen einzubringen.

Skepsis gab es allerdings auch gegenüber der verstärkten Zusammenarbeit, wie sie das Kompetenzzentrum für Public Management der Universität Bern vorschlägt. Wie Affolter erklärte, könnte der Planungsverband Region Aarau PRA in eine Regionalkonferenz mit gewählten Gemeindedelegierten überführt werden. Diese würde die Zusammenarbeit in einem festgelegten Perimeter koordinieren und planen. «Wenn eine Sache drängt, wird sie realisiert. Eine Regionalkonferenz wird von sich aus aktiv. Das braucht es nicht», warf ein Teilnehmer ein. Gemeindeammann Affolter stellt sich vor, dass insbesondere im Bereich Informatik und Sport Synergieeffekte erzielt werden könnten. Bereits heute arbeitet Buchs in über 30 Bereichen mit anderen Gemeinden zusammen. Zum Beispiel haben Buchs, Suhr, Gränichen, Aarau und Küttigen die Jugendarbeit gemeinsam.