Unterentfelden
Der Garten wurde zu ihrem Lebensinhalt

Der Biologische Gartenbauverein Unterentfelden lud am Samstag zum Tag der offenen Gartentür ein. Kathrin Hochuli und Madeleine Adler öffneten unter anderem ihre Gärten.

Jenny Aregger
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Tag der offenen Gartentür in Unterentfelden
8 Bilder
Kathrin Hochuli erfreut sich tagtäglich an ihrem Garten
Garten mit reichlicher Pflanzenvielfalt
Die Pflanzenvielfalt bietet den Insekten Nahrung
In Madeleine Adlers Garten ist alles aufeinander abgestimmt
Ein schöner Anblick - Die Kräuterspirale
Ein Gewächshaus schützt die Tomaten in Madeleine Adlers Garten
Der Schwimmteich von Kathrin Hochuli ist das gewisse Etwas ihres Gartens

Tag der offenen Gartentür in Unterentfelden

Jenny Aregger

Eine schimmernd blaue Libelle zieht ihre Runden um den Teich. Nebenan setzt sich ein Schmetterling auf eine pinke Blüte und wärmt seine Flügel. Das Zwitschern der Vögel unterbricht das sanfte Rauschen der Blätter im Wind.

Diese Idylle herrscht im Garten von Kathrin Hochuli. Sie ist eines von rund 100 Mitgliedern des Biologischen Gartenbauvereins Unterentfelden. Am Samstag luden acht davon in ihren Garten ein, denn der Verein hatte sein 30-Jahr-Jubiläum zu feiern. Es ist das erste Jahr, in dem der Gartenbauverein einen Tag der offenen Gartentür veranstaltet. Damit erhofft er sich eine Verbreitung von praktischen Methoden und theoretischen Erkenntnissen im naturgemässen Gartenbau.

Garten ohne Chemie

«Bei uns sind die Gärten noch Natur», so Hochuli. Die Natürlichkeit und das Zusammenspiel von Flora und Fauna werden bewusst gefördert. Ein ausgewogener Garten mit einem idealen Gemisch an verschiedenen Pflanzen wie auch Kräutern sei wichtig. Mit einer vielfältigen einheimischen Pflanzenkultur schaffen die Biogärtner Lebensraum und Nahrung für Insekten und Vögel. Den Garten mit ausländischen Blüten auszuschmücken, schade aber nie. Mit der Zeit entstehe eine Harmonie im Garten, sodass Nützlinge vermehrt und Schädlinge abgehalten werden. Und das Ganze ohne Chemie. Im biologischen Gartenbau wird weit möglichst auf chemische Stoffe verzichtet.

Durch die Kurse, die der Verein anbietet, hat der Verein auch über die Region hinaus Mitglieder. Vor allem die Setzlings- und Pflanzenbörse stösst auf grosses Interesse. Jährlich tauschen die Gartenbegeisterten untereinander ihre selbst gezogenen Blumen und Gemüse. «Es gleicht dann jeweils einem Gartencenter», lacht Hochuli. An solchen Anlässen ergibt sich zudem die Möglichkeit, mit anderen passionierten Biogärtnern ins Gespräch zu kommen.

«Das Gärtnern braucht viel Zeit und auch Wissen über die Pflanzenarten», so Madeleine Adler, Mitglied und Kassierin des Gartenbauvereins. Es sei also verständlich, warum viele Menschen keine Freude daran finden können – oder zumindest keine Zeit und Geduld. Dennoch wünscht sich der Gartenbauverein mehr Angehörige. «Für mich ist mein Garten kein Hobby. Er ist zum Lebensinhalt geworden», so Madeleine Adler. Sie fühlt sich wie im Paradies, wenn sie am Morgen von Vogelgezwitscher geweckt wird und jederzeit vor der Haustüre ihren eigenen Biogarten bewundern kann.