Aarau
Der FCA neben der Stadion-Debatte: Kinder haben Spass im Juniorencamp

Die Vorbereitungen für das 25. Juniorencamp laufen. Es sind jeweils 350 Kinder dabei. Vor allem die Ansprüche der Eltern sind in letzter Zeit gewachsen.

Urs Helbling
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«Wir tschutten eine Woche». Das Juniorencamp ist sehr beliebt.

«Wir tschutten eine Woche». Das Juniorencamp ist sehr beliebt.

zvg

In der Stadiondiskussion geht gerne vergessen, dass der FC Aarau weit mehr ist als das in der FC Aarau AG organisierte Challenge-League-Team und der Junioren-Spitzenfussball. Der FC Aarau ist auch der Verein «FC Aarau 1902», mit Frauen-, Herren- und Juniorenmannschaften.

Angegliedert ist ihm das «FC Aarau Juniorencamp», dessen Organisationskomitee seit zehn Jahren von Thomas Valli geleitet wird. Valli war zuvor drei Jahre lang Co-Präsident des Vereins «FC Aarau 1902».

«Leider hatten wir nur 17 Mädchen am Start»

Das Juniorencamp ist eine grosse Kiste: «Ein Riesenanlass, der sehr breit abgestützt ist», erklärt Valli. Man sei mit um die 350 teilnehmenden Kindern gut etabliert. Im kommenden Jahr wird das Camp zum 25. Mal ausgetragen. Bereits haben sich über 100 Kinder für die Jubiläumsveranstaltung (5. bis 9. April) angemeldet.

OK-Präsident Thomas Valli.

OK-Präsident Thomas Valli.

Gerry Frei;zvg;

Die gute Nachfrage ist angesichts der stärker gewordenen Konkurrenz nicht selbstverständlich: «Dieses Jahr durften wir erstmals seit über drei Jahren wieder eine Warteliste führen», erklärt Valli. Kinder- und Juniorenfussball ist nach wie vor vor allem ein Buben-Sport: «Leider hatten wir nur 17 Mädchen am Start. Das ist sehr schade, und wir werden versuchen, dies 2020 zu korrigieren.»

Das Juniorencamp findet dann statt, wenn im Frühling im vorderen Schachen ein grosses Festzelt steht. «Wir sind ein Breitensportanlass. Es gibt keinen Vereinszwang», erklärt Valli. Kurz gesagt: «Wir tschutten einfach eine Woche lang unter fachkundiger Anleitung.» Jeweils von 10 bis 16 Uhr – die Kinder werden im Festzelt aus der «Schützen»-Küche verpflegt und den ganzen Tag betreut.

Auf dem Rasen werden die Teilnehmer im Alter von 6 bis 14 Jahren von etwa 25 Trainerinnen und Trainer sportlich begleitet. Auch die FCA-Stars sind regelmässige Gäste und es gibt immer die eine oder andere Überraschung.

Die Ansprüche der Eltern steigen: Viele sehen in Kindern schon Messi

Die Organisation des Juniorencamps ist eine Herausforderung. «Zum Glück sind wir ein eingespieltes Team», sagt Valli. Er meint damit seine OK-Kollegen Nicole Herberth, Yannik Schmitter, Toni Russo und Marcel Meier und neu auch Stefan Zubler. Ihre Arbeit ist in den letzten Jahren etwas komplizierter geworden, weil, so Valli, die Ansprüche der Eltern ständig wachsen.

«Einteilungswünsche, Allergien, Unverträglichkeiten beim Essen, Betreuung der Kids auch ausserhalb der eigentlichen Campzeiten sind nur einige der jährlich wiederkehrenden Herausforderungen.» Und: Viele sehen in ihren Kindern bereits Ronaldos und Messis. «Wir stellen uns diesen Aufgaben aber gerne, gibt es doch nichts Schöneres als die vielen leuchtenden Kinderaugen während der ganzen Woche», betont Thomas Valli. Eine wichtige Stütze sind die Sponsoren: «Neben fünf bis sechs grossen haben wir ganz viele kleinere und auch solche, die grosszügig Infrastruktur-Aufgaben erbringen.»

Die Teilnahme an der Trainingswoche kostet 330 Franken (es gibt Geschwister-Rabatt). Inbegriffen ist eine Fussball-Ausrüstung im Wert von rund 250 Franken. Was ist aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums geplant? Valli mag es noch nicht verraten: «Es wird sicher etwas Spezielles geben.»