Fussball
Der FC Aarau würde von GC «profitieren»

Was in Zürich als Drohgebärde des Grasshopper-Clubs taxiert wird, ist in Aarau offenbar ernst genommen worden.

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Anders ist nicht zu erklären, dass Stadtammann Marcel Guignard gestern Freitagmorgen Post vom FC Aarau (FCA) bekommen hat, wie er auf Anfrage bestätigt.

Inhalt des Schreibens: Der in die Challenge-League abgestiegene FCA ersucht den Stadtrat zu prüfen, ob Ex-Rivale GCZ, nach wie vor in der Super-League, dereinst im neuen Fussballstadion im Quartier Torfeld Süd seine Heimspiele austragen könnte. Ende Februar will Aaraus Exekutive ihre Erwägungen der Öffentlichkeit präsentieren.

Stadion doppelt genutzt

Dem Brief beigelegt ist die entsprechende Anfrage von GCZ, die laut dem administrativen FCA-Geschäftsführer Robert Kamer am Donnerstag eingegangen war. Kamer sieht «durchaus Synergien und positive Aspekte», wenn er sich vorstellt, dass GCZ nach Aarau umziehen könnte. Es seien «grösstenteils wirtschaftliche Gründe», die den FCA dazu bewegten, die Idee zu unterstützen.

Die Nutzung des geplanten Stadions würde «auf einen Schlag verdoppelt». Mehr verkaufte Tickets, Logen, Getränke und Bratwürste sowie attraktivere Erträge aus Stadionwerbung und Namensrechten kämen der Betriebsgesellschaft zugute - und indirekt dem FCA, dem die Überschüsse aus der Betriebs-AG zufliessen. «Auch wir wären Profiteure», räumt Kamer ein.

Brügglifeld «Übergangslösung»

Auch das eigentlich nicht mehr Super-League-taugliche Stadion Brügglifeld wäre für Kamer zumindest eine «Übergangslösung». Der FCA habe, als er noch in der höchsten Liga spielte, Ausnahmebewilligungen erhalten und würde eine solche vom Schweizerischen Fussballverband auch weiterhin bekommen. Es spreche nichts dagegen, dass auch GCZ im «Brügglifeld» kicken dürfte.

Ein politisches Hindernis könnte die plötzliche Doppelbelegung des Stadions im Torfeld Süd sein. Bei der Planung ist man von gewissen Frequenzen im stark exponierten Stadtquartier ausgegangen. Unter den zahlreichen Einsprechern und Beschwerdeführern sind auch solche, die unerträgliche Lärmimmissionen befürchten. (trö)

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