Kommentar
Der FC Aarau sollte nicht drohen, sondern verhandeln

Das Geld, das vom FC Aarau für die Rasenheizung im Brügglifeld gefordert wird, ist ein Ausdruck der Verzweiflung des Fussballvereins. Statt auf die Forderungen einzugehen, soll das Gespräch mit der Swiss Football League gesucht werden. Ein Kommentar.

Fabian Hägler
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FC-Aarau-Präsident Alfred Schmid im Brügglifeld.

FC-Aarau-Präsident Alfred Schmid im Brügglifeld.

Emanuel Freudiger

Die Führung des FC Aarau ist verzweifelt. Anders lässt sich nicht erklären, dass der Verwaltungsrat des Vereins die Stadt um drei Millionen Franken für eine Nachrüstung im Brügglifeld bittet. Tatsächlich wäre es unsinnig, in einem Stadion eine Rasenheizung und Entwässerungsleitungen zu installieren, das in wenigen Jahren ohnehin abgerissen werden soll.

Dass ein solches Anliegen in einer Stadt, die kräftig sparen muss, nicht mehrheitsfähig ist, müsste den Verantwortlichen des FCA klar sein. Bisher geniesst der Verein im Einwohnerrat viel Goodwill. Diesen setzt die FCA-Führung mit ihrer Forderung aufs Spiel. Jetzt drei Millionen im Brügglifeld zu «verlochen», wäre eine schlechte Voraussetzung für die Diskussion über weitere Mittel für den FCA.

Diese wird kommen, denn die vom Volk bewilligten 17 Millionen Franken dürften kaum reichen, um das neue Stadion im Torfeld Süd zu bauen. Einen fälligen Zusatzkredit kann die Politik aber nur unterstützen, wenn vorher nicht sinnlos Geld ausgegeben wurde.

Deshalb ist es richtig, dass die Stadt die Forderung des FC Aarau nicht erfüllt und stattdessen das Gespräch mit der Swiss Football League sucht. Mit Sion, Vaduz und Thun erfüllen drei weitere Vereine die Stadionvorschriften nicht und müssten absteigen, wenn die Liga hart bleibt. Ob sie nachgibt und Aarau noch eine Ausnahmebewilligung erhält, ist offen – doch die Chance besteht.

Dafür muss der FC Aarau mit den anderen drei Vereinen bei der Liga Druck machen. Dass die FCA-Führung nicht selber auf diese Idee kommt, erstaunt. Denn die Strategie von Stadtpräsidentin Jolanda Urech ist sicher erfolgversprechender als jene des FCA-Verwaltungsrats. Dieser droht mit dem Rücktritt, sollte der Club die Lizenz nicht erhalten. Doch das ist schlicht unglaubwürdig: Schon zweimal hat die FCA-Führung dies angekündigt, dennoch ist sie ist weiter im Amt.