Aarau/Buchs
Der falsche Wolf von Aarau heisst «Nixon» - jetzt meldet sich die deutsche Halterin

Er irrt durch die Region Aarau und sieht aus wie ein Wolf. Doch es ist ein Tschechischer Wolfshund, der an der Hundeausstellung im Schachen ausgerissen ist. Jetzt meldet sich die Halterin des Tieres zu Wort und erzählt, was alles passiert ist.

Sabine Kuster
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Der Tschechische Wolfshund heute morgen um 7 Uhr auf der Tramstrasse.

Der Tschechische Wolfshund heute morgen um 7 Uhr auf der Tramstrasse.

Jiri Vurma

Die Autos fuhren langsam heute morgen auf der Tramstrasse zwischen Aarau und Suhr entlang der Buchser Gemeindegrenze. Der Grund: Ein Tier war unterwegs auf dem Fahrradstreifen Richtung Aarau entlang dem alten Bahntrassee der WSB.

Ist es tatsächlich ein Wolf? Viele Autofahrer dachten das und schickten dem Amt für Jagd im Kanton Aargau Fotos. Auch dem Aarauer Fotografen Jiri Vurma gelang ein guter Schnappschuss.

Doch Thomas Stucki, Leiter Sektion Jagd und Fischerei des Kantons Aargau, sagt klar: «Es ist ein Tschechischer Wolfshund, der dem Wolf sehr ähnlich sieht.» Das Tier sei an der Hundeausstellung letztes Wochenende im Aarauer Schachen ausgebüxt und seither in der Region unterwegs. Zuerst streifte es über den Herzberg, den Achenberg und die Wasserflue. Heute morgen war es auf der Tramstrasse unterwegs. Dieses führt von Suhr entlang der Gemeindegrenze von Buchs nach Aarau.

«Der Wolfshund ist noch ein Baby im Kopf»

Die Polizei ist ihm auf der Spur und versucht ihn einzufangen. Das sei aber nicht einfach, denn das Tier sei erst sieben Monate alt und sehr verschreckt, sagt Stucki. Der Hund gehört einem deutschen Halter, der den Verlust nicht gemeldet hatte. «Es wird dauern, bis der Hund eingefangen ist», sagt Stucki.

Inzwischen hat sich die Hundehalterin gemeldet. «Nixon» sei sehr scheu und deshalb schwierig einzufangen, betont Besitzerin Gabi Conte. Sie bittet die Bevölkerung, den Wolfshund nicht in eine Ecke zu treiben. «Nicht weil er beissen würde, aber er ist dann noch verängstigter.»

Sie habe schon zwei Kilo abgenommen vor Stress, seit ihr Hund am Wochenende ausgebüxt ist, so Conte. «Und auch die anderen Hunde in der Zucht vermissen ihn.»

Bei der Suche hilft auch Züchterin Jeanette Kehrer und gibt gegenüber Radio «Argovia» Auskunft. Der Wolfshund heisse «Nixon» und sei «sehr zurückhaltend, überhaupt nicht aggressiv - eigentlich noch ein Baby im Kopf».

«Nixon» sei aus dem Zwinger ausgebrochen. Zwei Männer haben noch versucht, ihn einzufangen. Doch er hat Angst vor Männern!»

Beinahe vom Zug überrollt

Der Wolfshund erlitt beinahe das gleiche Schicksal wie ein echter Wolf, der letzte Woche bei Schlieren ZH von einem Zug erfasst und getötet wurde. «Nixon» sei auf dem Geleise stehen geblieben und dann von einem Zug angehupt worden», erzählt Züchterin Kehrer. Der Hund konnte aber rechtzeitig zur Seite springen. (roc)