Aarau
Der erste Kerzenzieher tritt zurück

Felix Steiner ist Gründungsmitglied des Aarauer Kerzenziehens. Nach 40 Jahren im Einsatz ist er zurückgetreten. Das Kerzenziehen wurde damals ins Leben gerufen, um Geld zu sammeln für den Verein zur Förderung geistig Behinderter.

Fabienne Suter
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Steiner war lange beim Kerzenziehen.

Steiner war lange beim Kerzenziehen.

fsu

Unter grossem Applaus steht Felix Steiner auf und geht nach vorne. Sichtlich gerührt nimmt er sein Abschiedsgeschenk – ein Fotobuch – in Empfang. Nach fast vierzig Jahren aktiver Mitarbeit beim Aarauer Kerzenziehen hat er sich nun entschieden, seinen wohlverdienten Ruhestand zu geniessen. An der diesjährigen Mitgliederversammlung der Insieme Aarau-Lenzburg wurde er offiziell verabschiedet.

«Die Belastung durch die dauernde Präsenzzeit am Kerzenziehen war gross», sagt Felix Steiner. «Ich bin froh, dass meine Nachfolge nun geregelt ist und ich mich zurückziehen kann.» Mit ihm tritt das letzte bisher noch aktive Gründungsmitglied des Aarauer Kerzenziehens zurück. Eine gute Gelegenheit, die Geschichte des Aarauer Kerzenziehens genauer unter die Lupe zu nehmen. Es ist nämlich zugleich die Geschichte von Felix Steiner.

Von Anfang an erfolgreich

Die Idee des Aarauer Kerzenziehens entstand 1976. Der Verein zur Förderung geistig Behinderter Region Aarau brauchte dringend Geld für ein Wohnheim für Jugendliche. Die Elternpaare Klopfstein, Genkinger und Steiner beschlossen, in der Adventszeit ein Kerzenziehen zu organisieren, um mit dessen Erlös den Bau eines Wohnheimes mitzufinanzieren.

Bis nach Zürich gingen sie, um Ideen zu sammeln und mithilfe der Stadt Aarau wurde schliesslich am 1. Dezember 1976 das allererste Aarauer Kerzenziehen durchgeführt. Dieses fand bei der Bevölkerung sofort grossen Anklang.

1981 wurde das geplante Wohnheim in Staufen schliesslich gebaut, «der Höhepunkt des Projektes», so Steiner. Durch diesen Erfolg bestärkt, wurde der Beschluss gefasst, das Kerzenziehen weiterhin durchzuführen, um Menschen mit einer Behinderung unterstützen zu können. Somit wurde das Aarauer Kerzenziehen zu der Tradition, die es heute noch ist.

Bei allen Veränderungen während dieser vierzig Jahren ist doch die Idee, die hinter dem Aarauer Kerzenziehen steckte, immer dieselbe geblieben: Mit dem gesamten Erlös sollen Menschen mit einer geistigen Behinderung unterstützt werden. Ohne Felix Steiner, so Yvonne Suter, Leiterin des Aarauer Kerzenziehens, wäre das kaum möglich gewesen. «Er war von morgens bis abends auf Abruf bereit und hat geholfen, wo immer er verlangt wurde», so Yvonne Suter. Felix Steiner wird beim Aarauer Kerzenziehen eine grosse Lücke hinterlassen.