Wohlen

Der entlassene FC Aarau-Helfer ist glücklich beim FC Wohlen

Christian Holzers Herz schlägt für den FC Aarau, auch wenn er jetzt auf der Wohlener Niedermatte mithilft.

Christian Holzers Herz schlägt für den FC Aarau, auch wenn er jetzt auf der Wohlener Niedermatte mithilft.

Nachdem der freiwillige Helfer Christian Holzer zwei Wochen vor Saisonstart mit einem SMS vom FC Aarau entlassen wurde, bemühte sich der FC Wohlen um ihn. Dort ist er nun glücklich, mit dem FC Aarau hat er sich versöhnt.

Fast 20 Jahre lang hat Christian Holzer aus Hendschiken als Funktionär beim FC Aarau gearbeitet. Auf die Saison 2014/15 hin wurde er aber urplötzlich entlassen – etwa zwei Wochen vor Saisonstart per SMS. Genau wie seine rund 20 Kollegen, die beispielsweise für Ticketkontrolle, Pausenbanner oder Unterstützung der Sanitäter zuständig waren. Der 53-Jährige verstand die Welt nicht mehr und war am Boden zerstört.

Er war kurz davor, seinem Lieblingsverein die Liebe zu kündigen und alle seine Fanartikel zu verbrennen. «Doch dann sagte ich mir, das Team kann ja nichts dafür», erinnert sich Holzer. «Der Verein musste vermutlich wegen der Auflagen der Liga professionalisieren und einen Sicherheitsdienst anstellen, darum brauchen sie uns nicht mehr.» Dies verstehe er nun. «Nur die Art und Weise, wie es uns mitgeteilt worden ist, schmerzt noch ein wenig.»

«Willkommen in Wohlen»

Mit einem Leserbrief an die Aargauer Zeitung wollte Christian Holzer damals seinem Ärger Luft machen. Darauf folgte ein Artikel über ihn, in dem es hiess, Holzer hoffe, er fände doch noch einen Posten als Helfer beim FCA – vergeblich. «Doch dann rief Emilio Munera an, Sportchef beim FC Wohlen», so Holzer. «Er hatte den Zeitungsbericht gelesen und mir gesagt, beim FCW wären wir Helfer jederzeit willkommen. Das fand ich eine sehr schöne Geste.»

Darauf telefonierte Holzer mit FCW-Vizepräsident Lucien Tschachtli, der ihm versicherte: «Bei uns gibt es immer einen Posten für Freiwillige.» So kam es, dass Holzer zusammen mit zwei anderen ehemaligen FCA-Funktionären am 24. September seinen ersten Einsatz als Ticketkontrolleur auf der Haupttribüne in der Wohler Niedermatte leistete. «Wir wurden sehr herzlich aufgenommen, es ist familiär beim FCW – und der Präsident schüttelt dir jedes Mal die Hand, das hätte es in Aarau nicht gegeben», berichtet er glücklich.

«Es gibt zwar kein Geld wie in Aarau, sondern eine Bratwurst und Getränke für die Helfer, aber ich habe es nie wegen des Geldes gemacht.» Aufgrund des Artikels hätten ihn auch einige Wohler Fans erkannt. «Es war sehr nett, sie sagten: ‹Herzlich willkommen in Wohlen.›»

Happy End im VIP-Zelt

Einen Funktionärsposten hat der Postangestellte nun also wieder. Und seit einigen Tagen ist er auch mit seinem Lieblingsklub, dem FC Aarau, ausgesöhnt. «Ich habe einen Brief erhalten, in dem alle ehemaligen FCA-Funktionäre zu einem Spiel und zum Essen im VIP-Zelt eingeladen wurden. Das war für mich ein Happy End.»

Obwohl er nun an den Heimspielen in Wohlen mithilft, will Holzer auch in Aarau so viele Spiele wie möglich besuchen, immerhin hat er seit 1985, als Ottmar Hitzfeld die Mannschaft zum Cupsieg führte, kaum ein Heimspiel verpasst. Ebenfalls seit damals hat der Hendschiker jeden Zeitungsartikel, den er über sein Team finden konnte, gesammelt und in mittlerweile 110 Hefte geklebt. Wenn das neue Stadion denn einmal gebaut wird, will er sie zur Einweihung dem FC Aarau überreichen.

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