Aarau

Der Einwohnerrat zeigt Herz für Gastro, Kultur – und die Telli

Nummer 1 ist der Zurlindensteg, der von der Aarenau respektive dem Scheibenschachen auf die Zurlindeninsel und dann ans südliche Aareufer (bei der Stadtgärtnerei) führt. Nummer 2 ist das Kraftwerk Rüchlig, wo schon einmal eine Velo- und Fussgängerbrücke hätte entstehen sollen, vom Einwohnerrat aber abgelehnt wurde. Ungefähr hier wäre der potenzielle Standort für eine neue Brücke, wie sie aktuell zur Diskussion steht. Nummer 3 ist die Hilfsbrücke, über die der Verkehr während des Kettenbrücke-Ersatzbaus fliesst.

Aarebrücken in Aarau

Nummer 1 ist der Zurlindensteg, der von der Aarenau respektive dem Scheibenschachen auf die Zurlindeninsel und dann ans südliche Aareufer (bei der Stadtgärtnerei) führt. Nummer 2 ist das Kraftwerk Rüchlig, wo schon einmal eine Velo- und Fussgängerbrücke hätte entstehen sollen, vom Einwohnerrat aber abgelehnt wurde. Ungefähr hier wäre der potenzielle Standort für eine neue Brücke, wie sie aktuell zur Diskussion steht. Nummer 3 ist die Hilfsbrücke, über die der Verkehr während des Kettenbrücke-Ersatzbaus fliesst.

Der Aarauer Einwohnerrat verhalf dem Telli Quartier zu besseren Busverbindungen und - vielleicht dereinst - einer neuen Brücke. Er erlässt ausserdem den Lokalen die Nutzungsgebühren für den Öffentlichen Grund und stellt einen Geldtopf für Kulturschaffende bereit.

Zweimal einstimmig: Der Einwohnerrat Aarau sagte Ja zu einem Bruttokredit von 556'000 Franken für einen dreijährigen Pilotbetrieb, der den Stadtteilen Telli und Rohr bessere Busanbindungen bringt, und Ja zu einer Motion, die den Bau einer neuen Velo- und Fussgängerverbindung über die Aare zwischen Scheibenschachen/Aarenau und der Telli bezweckt.

Bei der Busvorlage geht es darum, während drei Jahren zu testen, wie sich eine Erhöhung der Busfrequenz in den Abendstunden und am Sonntag auf die Fahrgastzahlen auswirkt. Weil das Potenzial für eine Steigerung in der Telli gross ist und weil der Ast ganz auf Aarauer Stadtgebiet liegt, wird der Test auf dem Abschnitt Bahnhof-Telli-Rohr der Linie 2 (Busbetrieb Aarau AG) durchgeführt.
Konkret sollen die Busse abends bis 23 Uhr und nicht nur bis 21 Uhr im Viertelstundentakt fahren. Ab dem Fahrplanwechsel im Dezember wird zusätzlich auch am Sonntag alle 15 Minuten ein Bus Richtung Telli und Rohr fahren. Heute gilt ein Halbstundentakt. Dieser führe dazu, so erzählte die Rohrer SP-Einwohnerrätin Anja Kaufmann gestern Abend, dass man schon mal 27 Minuten am Bahnhof warten müsse, wenn man nicht aus Zürich, sondern mit einem anderen Zug ankomme. Die Stadt muss den Versuchsbetrieb grösstenteils selber finanzieren. Erst, wenn der Kanton vom Nutzen überzeugt ist, zahlt er. Mehrere Einwohnerräte zeigten sich schon gestern überzeugt: Das wird ein Erfolg.

Ebenso deutliche Zustimmung fand eine Motion zugunsten des Langsamverkehrs: Velofahrer und Fussgänger sollen etwa auf Höhe des Kraftwerks Rüchlig eine zusätzliche Brückenverbindung erhalten. Der Stadtrat hatte die Überweisung der Motion beantragt. Man war sich einig, dass eine Alternative zu den beiden Zurlindenstegen geschaffen werden muss, obwohl diese nur wenige hundert Meter flussaufwärts liegen. Dort komme es nämlich aufgrund der intensiven Nutzung öfter zu Konflikten, etwa zwischen Velofahrer und Fussgängerinnen. «Ich wurde mehrfach fast über den Haufen gefahren», berichtete etwa Beatrice Klaus (SP), und Libero Taddei (SVP) befand, sie spreche ihm aus dem Herzen.
Die Kosten für Bau und Projektierung wurden mit etwa 7 Millionen Franken angegeben. Das sei «ein Maximalstbetrag», betonte Vizestadtpräsident Werner Schib, «es muss günstiger gehen». Weil die Zurlindeninsel, über die die neue Verbindung führen soll, aber in Privatbesitz ist, brauche es Verhandlungen mit dem Eigentümer (Jura Cement Fabriken AG).

Das Aarauer Stadtparlament hat gestern ausserdem zum Ausdruck gebracht, dass es coronageschädigten Künstlern zusätzlich unter die Arme greifen will. Gegen den Willen des Stadtrates und gegen die Stimmen der Bürgerlichen wurden zwei Motionen für dringlich erklärt, die 70000 Franken bereitstellen wollen. Zuvor wurde bekannt, dass Stadt Ausfälle wegen der Maienzug-Absage mit über 10000 Franken vergüten wird.

Ohne Gegenstimme beschloss der Einwohnerrat, Wirten und Ladenbetreibern, die öffentlichen Grund nutzen (etwa für Gartenwirtschaften), total 150 000 Franken Gebühren zu erlassen.
Chancenlos war ein GLP-Postulat, dass die Stadt aufforderte, wegen Kurzarbeit auf die Dividende der Eniwa zu verzichten: Es wurde mit 43 zu 1 (bei 2 Enthaltungen) abgelehnt.

Ebenfalls ohne Gegenstimme genehmigt wurde die Verlängerung des Baurechtsvertrag der Stadt mit dem Curling Club Aarau. Dieser will seine Halle bei der Keba leicht vergrössern und den Baurechtsvertrag bis Ende 2052 verlängern.

Für die Erneuerung des schadhaften und punkto Kapazität ungenügenden Abwassersystems in der der Rohrerstrasse hatte der Stadtrat einen Kreditantrag über 1,64 Mio. Franken gestellt. Der Einwohnerrat bewilligte den Kredit einstimmig.

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