Aarau
Der Buchsbaumzünsler ist gefrässig und wütet weiter

Es sah schon fast so aus, als hätte man den Buchsbaumzünsler besiegt. Seit Anfang August aber spritzt der Stadtgärtner wieder gegen den Schädling in Parks.

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Ein Horror für Gartenfreunde: Die Raupe des Buchsbaumzünslers.

Ein Horror für Gartenfreunde: Die Raupe des Buchsbaumzünslers.

Zur Verfügung gestellt

Der Aarauer Stadtgärtner Siegfried Peier zeichnet ein düsteres Szenario, wenn es um das Überleben des Buchsbaumes in unseren Breitengraden geht. «Zweieinhalb Monate lang war es in Aarau ruhig um den Buchsbaumzünsler», sagt er. Anfang Mai hatte der Stadtgärtner befallene Buchsbäume noch intensiv mit einem speziell entwickelten Mittel einzig gegen diese Raupe bespritzt, die Pflanze aussen und innen vernebelt und den Schädling schon fast besiegt.

Erneut grosse Schäden

Nun aber, Anfang August, seien Befallsdruck und Schäden durch die asiatische Schmetterlingsraupe erneut so gross, dass wieder gespritzt werden müsse. Entdeckt wurden die ersten Raupen dieses Mal in Buchsbäumen im Goldernquartier und im Zelgli. Seit Anfang August ist der Befall auf dem ganzen Stadtgebiet massiv. Die Stadt bekämpft die Raupe in öffentlichen Anlagen und Parks sowie in Buchspoldern, die als verkehrsberuhigende Massnahmen im Quartier dienen. Um Rat gefragt hätten ihn aber auch Leute, die den Befall in ihren privaten Gärten festgestellt hätten. Der Stadtgärtner empfiehlt ihnen, entweder selber zu spritzen oder besser noch, einen Gärtner damit zu beauftragen.

«Problematisch sind grosse Hecken in Privatgärten», sagt Peier. Hat sich der Buchsbaumzünsler einmal darin eingenistet, so kann er nur schwer bekämpft werden. «Im Prinzip», sagt er, «müsste in der Stadt flächendeckend gespritzt werden.» Dabei ist das Vorgehen heikel: Gespritzt werden soll erst bei leichten, sichtbaren Schäden. Und nicht zu viel. Sonst wird der Schädling gegen das Mittel immun. Wartet man aber zu lange, stirbt die Pflanze ab. Notwendig ist deshalb auch eine regelmässige Beobachtung der Pflanze.

Kann der Buchsbaum überleben?

Peier geht davon aus, dass der Buchsbaum früher oder später durch robustere immergrüne Pflanzen – etwa Eibe, Liguster oder kleine Fichten – ersetzt wird. So, wie es im Raum Basel bereits an vielen Orten geschehen ist. «Denn nächsten Frühling wird der Befallsdruck durch den Buchsbaumzünsler in Aarau noch einmal zunehmen», prophezeit er. (HHS)