SRF-Erfolgsserie
Der Bestatter: «Noch immer fliesst Aarauer Blut»

In der neuen Staffel von «Der Bestatter» ist nur noch wenig Aarau zu sehen – die Liebe aber bleibt innig.

Katja Schlegel
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Luc Conrad (Mike Müller) und Anna-Maria Giovanoli (Barbara Terpoorten) planen einen grossen Schritt.SRF/Sava Hlavacek

Luc Conrad (Mike Müller) und Anna-Maria Giovanoli (Barbara Terpoorten) planen einen grossen Schritt.SRF/Sava Hlavacek

SRF/Sava Hlavacek

Er ist der einzige Bestatter, der sehnsüchtig erwartet wird: Luc Conrad (Mike Müller), Hauptfigur der SRF-Erfolgsserie «Der Bestatter», ermittelt wieder. Ab Dienstag wird die sechste Staffel mit sechs Folgen gezeigt. Eine Ankündigung, die bei Aarauern seit Jahren für etwas mehr Herzklopfen sorgt als bei allen anderen Fans.

"Der Bestatter" geht in die sechste Runde. Klicken Sie sich durch die Bilder der ersten Folge.
19 Bilder
Befragen den Casinodirektor: v.l. Samuel Streiff als Reto Doerig, Barbara Terpoorten als Anna-Maria Giovanoli und Urs Remond als Peter Berner. Anna-Maria Giovanoli und Reto Dörig befragen den Casino-Direktor.
Tatort Flugplatz: v.l. Brencis Udris alsFallschirminstruktor Frank, Mike Müller als Luc Conrad), Samuel Streiff als Reto Doerig).
Reto Stalder als Fabio Testi.
Mike Müller als Luc Conrad.
Mit allen Wassern gewaschen: Deleila Piasko als Lucy Egglin.
Tatort Tiefgarage...
... mit Barbara Terpoorten als Anna-Maria Giovanoli.
Lebt auf grossem Fuss: Mirjam Rast als Melanie Thurner.
Vom Himmel gefallen: Mike Müller als Luc Conrad (links) und Reto Stalder als Fabio Testi bei der tödlich verunfallten Fallschirmspringerin im Birrfeld.
Weitere Bilder der ersten Folge.
Gilles Tschudi als Claude Voitel, alias "Le Renard".
Treffen am Tatort ein: v.l. Reto Stalder als Fabio Testi und Mike Müller als Luc Conrad.
Der Psychoguru: Peter Lomeyer als Professor Josef Mankowsky (Mitte), Fabian Krüger (2.v.r.) und Bettina Stucky als Mia Lehmann (re.)
Tatort Flugplatz: Samuel Streiff als Reto Doerig
Stehen vor einem grossen Schritt: Luc Conrad (Mike Müller) und Anna-Maria Giovanoli (Barbara Terpoorten) ziehen zusammen.
Nachhilfeunterricht beim Profi: v.l. Mike Müller als Luc Conrad, Gilles Tschudi als Claude Voitel, Reto Stalder als Fabio Testi
Die Karten werden neu gemischt: Mike Müller als Luc Conrad Mike Müller und Reto Stalder als Fabio Testi
Spielt ein doppeltes Spiel: Urs Remond als Casino-Chef Peter Berner

"Der Bestatter" geht in die sechste Runde. Klicken Sie sich durch die Bilder der ersten Folge.

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Doch diesmal ist alles anders. Statt einer Leiche auf der Baustelle des Aarauer Hotels Kettenbrücke liegt diese nun auf dem Flugplatz Birrfeld, statt Verfolgungsjagden durch die Meyerschen Stollen gibt es Intrigen in einem Badener Casino. Und noch nicht einmal seine Bratwurst isst Luc Conrad mehr bei Ömer am Graben. Der «Bestatter» ist längst nicht mehr so aarauerisch wie in den Vorjahren. Der Grund: Der Kanton Aargau investiert Zehntausende Franken in die Produktion und Vermarktung des TV-Films. Das fordert Gleichberechtigung. Sorgt das bei den Aarauern für das grosse Wehklagen?

Die wohl grössten Aarauer «Bestatter»-Fans arbeiten im Team des Aarauer Tourismusbüros «aarau info». Seit August 2014 bietet «aarau info» die Themenführung «Auf den Spuren des Bestatters» an, an denen die Teilnehmer nicht nur zu Drehorten geführt werden, sondern auch allerlei Schmankerl rund um die Dreharbeiten erfahren. Innert weniger Monate hat sich die «Bestatter»-Führung zum absoluten Renner gemausert und ist es bis heute geblieben. «Auch nach über drei Jahren läuft die Führung extrem gut», sagt Agnes Henz, zuständig für das Ressort Stadtführungen. 2017 wurde die Führung 13 mal öffentlich durchgeführt, dazu kamen Führungen für 40 private Gruppen. Alle öffentlichen Führungen waren ausgebucht.

«Conrad gehört zum Inventar»

Bedenken, dass die Begeisterung für die «Bestatter»-Führungen nach der aarauarmen Staffel abflauen könnte, hat Henz nicht. «Das Fieber ist da und es hält an. Und noch immer fliesst Aarauer Blut im ‹Bestatter›.» Das beziehe sich nicht nur auf Kunstblut und Drehorte, sondern auf die Serie als Ganzes. «Sie wird mit ihrer Mischung aus Altem und Neuem, aus Bodenständigem und Urbanem auch der Stadt gerecht», sagt Henz. Das Gleiche gelte auch für die Hauptdarsteller. «Luc Conrad gehört praktisch zum Inventar der Stadt.»

Impressionen von der Vorpremiere zur 6. Bestatter-Staffel:

Vom Himmel gefallen: Mike Müller als Luc Conrad und Reto Stalder als Fabio Testi bei der tödlich verunfallten Fallschirmspringerin.
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Ein Selfie mit Mike Müller alias Luc Conrad.
Talk zwischen Müller und Produzent Markus Fischer.
Suly Röthlisberger, Barbara Terpoorten, Samuel Streiff (vorne v.l.) gemeinsam mit Alex Hürzeler, Martin Ostermeier und Geri Müller.
Müller im Gespräch mit Regierungsrat Alex Hürzeler.
Geri Müller unterhält sich mit dem Star der Serie.
Die Vorpremiere war gut besucht.
Und noch ein Selfie mit Darstellerin Suly Röthlisberger und Barbara Terpoorten.

Vom Himmel gefallen: Mike Müller als Luc Conrad und Reto Stalder als Fabio Testi bei der tödlich verunfallten Fallschirmspringerin.

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Henz ist überzeugt: Für Aarau ist die Serie Gold wert, die Wahrnehmung der Kantonshauptstadt habe sich dank des «Bestatters» verändert. «Für viele Leute wurde Aarau von einem blinden Fleck auf der Schweizerkarte zu etwas mit Kontur, zu einer Stadt mit wunderschönen Ecken.» Ausserdem habe die Serie eine neue Gruppe Aarau-Besucher erschlossen, sagt Henz und nennt ein konkretes Beispiel: «Früher kamen die Besucher alleine der Kunst wegen ins Aargauer Kunsthaus. Heute kommen sie auch des ‹Bestatters› wegen.»

Es fliesst der «Stierebluet»

Ein Publikumsmagnet ist der «Bestatter» nicht nur bei «aarau info», sondern auch für die Kino Aarau AG. Wie bereits letztes Jahr findet im Kino Ideal am Dienstagabend jeweils ein «Bestatter»-Public-Viewing statt (Eintritt gratis). «Das Interesse ist sehr gross», sagt Rolf Portmann, Chef der Kino Aarau AG, «wir haben schon Reservationen für 180 Plätze.» Während der «Bestatter»-Vorführung gibt es sogar ausnahmsweise Wein: den «Stierebluet» von Peter Wehrli aus Küttigen, benannt nach einer Folge aus der zweiten «Bestatter»-Staffel, in der unter anderem das Rebhäuschen der Wehrlis explodierte. Auch Portmann ist vom Mehrwert für Aarau überzeugt: «Der ‹Bestatter› hat der Stadt sicher etwas gebracht.» Und nicht nur der Stadt: Er selbst werde von seinen Kino-Branchenkollegen immer wieder auf das einzigartige Public-Viewing angesprochen.

«Bestatter»-Stammkunden

Bereits in die dritte Saison startet das Public Viewing in der Bar «Platzhirsch» (Eintritt ebenfalls gratis). «Wir haben inzwischen sogar eine richtige ‹Bestatter›-Stammkundschaft, die während der Staffel jeden Dienstagabend zu uns kommt», sagt Geschäftsführer Philipp Berner. Serviert wird auch im Platzhirsch während des Public Viewings «Stierebluet».

Berner ist stolz, den «Bestatter» zeigen zu dürfen – nicht nur als Beizer, sondern auch als Aarauer. «Wenn eine Ecke aus Aarau gezeigt wird, ist die Freude im Publikum immer gross», sagt er. Dieser Stolz, wenn auch kurzweilig, tue der Stadt gut. Dass nun Aarau in der neuen Staffel weniger vorkommen wird, findet Berner weiter nicht schlimm. «Solange Mike Müller immer wieder öffentlich betont, dass Aarau eine wunderschöne Stadt ist und die absolut richtige Wahl als ‹Bestatter›-Heimat war, spielt das keine Rolle.» Berners Stolz erklärt sich übrigens noch anders: Im Sommer wurde eine Bar-Szene im nun öffentlichen Memberclub «Les Amis» gedreht, dem Schwesterbetrieb des «Platzhirschs». Ob die Szene es in die Staffel geschafft hat? Berner: «Lassen wir uns überraschen.»

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