Vorpremiere in Aarau

«Der Bestatter» im Aargau: Kanton lässt sich Deal 90'000 Franken kosten

Mit Geld aus dem Swisslos-Fonds wird dafür gesorgt, dass der Aargau in der neuen «Bestatter»-Staffel prominent und von seinen schönsten Seiten gezeigt wird. Wobei es das typische Aargauer Dorf nicht gebe, so Mike Müller.

Eva Wannenmacher kam am Mittwochabend gleich auf den Punkt. An der Vorpremiere der neuen «Bestatter»- Staffel im Kultur- und Kongresshaus Aarau erklärte sie den Gästen aus Kultur und Politik: «Wir haben das ja auch schon gemacht. Dann sprachen zuerst der Chef des SRF und der Chef des Aargaus. Und sagten sich zehn Minuten lang Danke. Das lassen wir heute weg. Es wird schliesslich gespart, nicht nur beim Fernsehen.» Deutlicher kann eine Anspielung nicht sein.

«Bestatter»-Vorpremiere in Aarau: Barbara Terpoorten alias Anna-Maria Giovanoli im Interview

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Gespart wurde sonst aber an nichts. Feine Häppchen, feiner Wein, feine Kinotechnik – mit Letzterer wurde im KuK-Saal die erste Folge der 4. Staffel gezeigt. Darin zu sehen: Die wütende Dorfbevölkerung des fiktiven Dorfs Morgenthal – in echt: Freienwil – die einen vermeintlichen Mörder die Strasse runtertreibt. «Das halbe Dorf half uns dabei», erinnerte sich Mike Müller: «Sogar der Gemeindeammann, mit einem Baseballschläger.»

Immer und immer wieder von vorn: Einblick in den Dreh der «Bestatter»-Szenen im Grossratsgebäude in Aarau. (16.9.2015)

Immer und immer wieder von vorn: Einblick in den Dreh der «Bestatter»-Szenen im Grossratsgebäude in Aarau. (16.9.2015)

Eva Wannenmacher holte nach der Vorführung die Hauptdarsteller Müller und Barbara Terpoorten sowie Aaraus Stadtpräsidentin Jolanda Urech und Landammann Urs Hofmann auf die Bühne. «Schauspiel und Politik ist doch sowieso das Gleiche», forderte sie Hofmann heraus.

Bevor dieser antworten konnte, korrigierte Müller: «Nein, wir haben die bessere Gage.» Ruhig erklärte Hofmann daraufhin: «Wir Politiker dürfen keine Rolle spielen, müssen uns selber sein. Sonst fallen wir auf die Nase.»

Impressionen von den ersten drei Teilen der vierten «Bestatter»-Staffel:

Jolanda Urech berichtete aufgeregt von ihrem kurzen Auftritt als Statistin in der dritten Staffel: «Es war beeindruckend, zu sehen, wie viel Aufwand es braucht, damit am Schluss eine solch kurze Szene steht.» Ob Hofmann auch gerne eine Schauspielerfahrung im «Bestatter»-Cast machen würde? «Wenn ich für die 5. Staffel ein Aufgebot erhalte, bin ich gerne dabei.»

Bereits einen Auftritt in der jetzigen Staffel habe sein ehemaliges Büro in der Aarauer Pelzgasse, in dem er 20 Jahre als Anwalt gearbeitete hatte. Hofmanns heutige Arbeitsumgebung, das Grossratsgebäude, kommt ebenfalls vor.

Und was wird sonst vom Aargau gezeigt? Viel Landschaft, viel Grün, viel Dorf. Ist das der Aargau, wie er gezeigt werden soll? «Wissen Sie», erklärte Müller ironiefrei, «das typische Aargauer Dorf gibt es nicht. Der Kanton ist so vielfältig.»

«Bestatter»-Vorpremiere in Aarau: Suly Röthlisberger alias Erika Bürgisser im Interview

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Dieser lässt sich den grossen Auftritt etwas kosten: Pro Staffel fliessen 90'000 Franken aus dem Swisslos-Fonds, 60'000 an die Produktionsfirma, 30'000 an Aargau Tourismus. Der Deal: Es muss an authentischen Orten im Aargau gedreht werden. Bleibt zu hoffen, dass das Geld nicht bald eingespart werden muss.

Dreharbeiten: Der Bestatter ermittelt im Grossratsgebäude

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