Langsam, aber sicher geht es voran mit dem Mega-Projekt «Knoten Bären-Kreuz/Tramstrasse»: Der Kanton hat die Ingenieurarbeiten zur Erweiterung der beiden Kantonsstrassen im Suhrer Zentrum diese Woche ausgeschrieben.

Die Tage des hoffnungslos verstopften Dorfzentrums scheinen somit gezählt. Zwar werden die Fahrzeuge nicht weniger – im Schnitt sind es 24 000 pro Tag –, doch sollen sie flüssiger durch das Nadelöhr geschleust werden.

Die Autofahrer und Suhrer müssen sich aber noch etwas gedulden. Denn eine Angabe in der Ausschreibung überrascht: Der Ausführungstermin ist mit Mai 2016 bis Ende Dezember 2020 auf gut viereinhalb Jahre angesetzt – bislang war von einer zweijährigen Bauzeit von Herbst 2016 bis Herbst 2018 die Rede.

Geringfügige Änderungen
Laut Projektleiter Alex Joss vom Departement Bau, Verkehr und Umwelt beziehen sich die viereinhalb Jahre einzig auf die Ingenieur- und nicht auf die Bauarbeiten an sich. Bevor es mit diesen losgeht, müssen nun erst die Ausführungsplanung und die Ausschreibungen für die Baumeisterarbeiten erfolgen. «Unser Ziel ist es, Ende 2017 oder Anfang 2018 mit den effektiven Bauarbeiten zu beginnen», sagt Joss. Also gut ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Ein wesentlicher Grund für die Verzögerung des 14-Millionen-Projekts sind laut Joss die neun Einsprachen, die im Juli 2014 gegen das Bauprojekt eingegangen sind. «Wir haben uns die Zeit genommen, um mit den Einsprechern einvernehmliche Lösungen zu erarbeiten, die nicht durch sämtliche Instanzen gezogen werden.» Bei den Änderungen handle es sich lediglich um geringfügige Details, am Projekt an sich wurde nichts verändert. Heute ist das Projekt rechtskräftig.

Angedacht war, die Bauarbeiten an der Bernstrasse mit dem Baustart der Überbauung Suhre Park zusammenzulegen. So wäre es möglich gewesen, die Baucontainer und Maschinen auf der Suhre-Park-Baustelle abzustellen und Synergien, beispielsweise beim Leitungsbau, zu nutzen. «Das ist nun wegen des späteren Baustarts unsererseits nicht wie angedacht möglich», sagt Joss. Keinen Einfluss hat die Verspätung hingegen auf die im Rahmen des Agglomerationsprogrammes der 1. Generation angekündigte Beteiligung des Bundes im Umfang von 2,1 Millionen Franken.

«Ohne Behinderung gehts nicht»
Unter Berücksichtigung aller Eventualitäten und Reserven rechnet Joss mit einer Bauzeit von höchstens zweieinhalb Jahren. Um den Verkehr möglichst flüssig zu halten, könnte laut Joss in mehreren Etappen gebaut werden. Mit welchem Teilprojekt begonnen und wo der Verkehr während der Bauzeit durchgeschleust wird, ist noch nicht klar. Das müsse nun das Ingenieurbüro ausarbeiten.

Eine Idee sei jedoch, zuerst eine Spur auf dem ehemaligen WSB-Trassee zu bauen, über die die Autofahrer umgeleitet werden. «Ohne Behinderungen geht es leider nicht», sagt Joss. Er appelliert an die Geduld von Autofahrern und Anwohnern: «Danach sollte für die nächsten dreissig, vierzig Jahre nichts mehr gebaut oder geflickt werden müssen.»