Aarau
Der Bau der neuen Kettenbrücke kostet die Stadt Aarau fast neun Millionen

Der Stadtrat bringt das Neubauprojekt für den Ersatz der Kettenbrücke in den Einwohnerrat. Am 23. September wird über den städtischen Kreditanteil von knapp neun Millionen Franken entschieden.

Hubert Keller
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So sieht der «Pont Neuf» aus: Die neue Brücke betont ihre Bedeutung als Eingangstor zur höher gelegenen Altstadt. Visualisierung zvg

So sieht der «Pont Neuf» aus: Die neue Brücke betont ihre Bedeutung als Eingangstor zur höher gelegenen Altstadt. Visualisierung zvg

Das ist ein zünftiger Brocken: 29,9 Mio. kostet der Ersatz der Kettenbrücke, mit einem Drittel soll sich die Stadt beteiligen.

Ausgerechnet am Tag nach den Stadtratswahlen, am 23. September, entscheidet der Einwohnerrat über den städtischen Kreditanteil von 8,9 Mio. Franken.

Die bestehende Brücke wurde 1951 eingeweiht. Sie ist ins Alter gekommen. Ihr Zustand hat sich in den letzten Jahren massiv verschlechtert.

Undichte, mehrfach reparierte Fahrbahnübergänge, undichter Belag, Verschiebungen in der Konstruktion, Betonabplatzungen, Risse im Widerlager – die Mängel, von denen sich die Einwohnerräte am 3. September vor Ort ein Bild machen wollen, sind offensichtlich.

«Das Bauwerk hat seine Lebensdauer erreicht und muss ersetzt werden», schreibt der Stadtrat in der Botschaft zuhanden des Einwohnerrats.

Die «seit Jahren fällige Instandstellung» der Brücke ist bewusst auf den Zeitpunkt nach der Eröffnung der neuen Staffeleggstrasse verschoben worden. Vorher befuhren täglich 26 000 Motorfahrzeuge die Brücke, jetzt sind es noch 21 000.

Eine Studie hat aufgezeigt, dass der Ersatz der Brücke zwar mit höheren Kosten verbunden ist, als wenn sie nur aufwendig saniert würde.

Bedingt durch die längere Lebensdauer sei der Neubau wirtschaftlich günstiger, schreibt der Stadtrat.

Wenn der Ersatzbau rasch realisiert wird, werden zudem Sanierungsmassnahmen, die nötig werden, um die Nutzbarkeit zu erhalten, überflüssig.

Projekt aus einem Guss

Nebst der Sanierung wurden zwei weitere Varianten geprüft: Die eine sah vor, dass zwischen den beiden Widerlagern eine neue Brücke gebaut und die Aufwertung des Aareraums in einem separaten Projekt verfolgt würde.

In Abstimmung mit der Stadt hat sich das Departement Bau, Verkehr und Umwelt des Kantons (DBVU) für die Variante 3 entschieden. Mit dieser wird das Anliegen der Stadt, den Uferbereich beidseits der Brücke aufzuwerten, ins Projekt integriert. Der Stadtrat unterstützt diese Variante und damit die «bestmögliche Verbreiterung der nord- und südseitig unter der Brücke durchführenden Fuss- und Radwege, weil er vom Mehrwert überzeugt ist». Das Neubauprojekt verbindet die Brücke, die Brückenpfeiler, die Brückenköpfe und die beiden Ufer zu einer Einheit mit der historischen Altstadt.

Der immensen Kosten war sich bereits die Jury bewusst, als sie sich für das Projekt «Pont Neuf» des Teams Walther, Mory, Maier, Ingenieure, Henauer und Gugler, Ingenieure, Christ & Gantenbein, Architekten, und August Künzel, Landschaftsarchitekt, entschied. «Die städtebaulichen, architektonischen und konstruktiven Qualitäten des Projekts rechtfertigen eine höhere Bausumme, da es sich hier um ein wichtiges Bauwerk handelt», argumentierte die Jury.

Uferbereiche werden attraktiver

Um das Aareufer als Naherholungsgebiet aufzuwerten und die Verkehrswege für Velofahrer und Fussgänger attraktiver zu gestalten, werden die Uferwege auf beiden Seiten des Flusses und der Raum unter der Brücke verbreitert.

Die mit Bäumen bepflanzten Grünflächen zwischen den Rampen zur Brücke und den Uferwegen werden neu gestaltet. Es werden rollstuhlgängige Verbindungen von den Uferwegen hinauf auf die Brücke realisiert.

Unterhalb der bestehenden Brücke wird für die Bauphase eine Hilfsbrücke erstellt, die den Verkehr mit Ausnahme des Schwerverkehrs aufnimmt. Der Schwerverkehr wird über die neue Aarebrücke des Staffeleggzubringers umgeleitet. Auch die Fussgänger und Radfahrer überqueren die Aare während der Bauzeit über die Hilfsbrücke.

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