Suhr

Der Bahnhofplatz Süd soll das zerschnittene Dorf verbinden

Suhr von oben

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Mit dem Gebiet Bahnhof Süd bekommt das letzte grosse Brachland inmitten der Gemeinde einen Gestaltungsplan.

Das Areal ist riesig: 4,7 Hektaren, das sind mehr als sechs Fussballfelder. Gelegen mitten im Dorf, südlich des Bahnhofes. Heute stehen hier grosse Industriehallen, so richtig belebt wirkt das Gebiet trotz seiner zentralen Lage nicht. Ein paar heimeilende Pendler kreuzen den Platz oder steigen in wartende Autos, Kunden kramen vor dem Migros-Outlet in grossen Holzkisten nach Schnäppchen.

Geht es nach dem Gemeinderat, wird es hier in Zukunft anders aussehen: Etappenweise soll das Areal umgenutzt und neu bebaut werden. Der Platz vor der WSB-Unterführung soll nicht mehr länger Parkplatz, sondern ein Bahnhofplatz sein. Eine Übergangszone, die das durch die Verkehrsachsen geteilte Dorf verbindet. Erste Ideen sehen einen Platz mit Sitzgelegenheiten, Bäumen und Kunden-Parkplätzen für die Geschäfte vor, die sich in den neuen Liegenschaften rund um den Platz einmieten. So soll ein «attraktiver Zentrumsbereich mit gemischter Nutzung, sichere Fuss- und Radwegbeziehungen sowie gut gestaltete Aufenthalts- und Platzbereiche» entstehen, wie der Gemeinderat es im Gestaltungsplan formuliert.

Gemeinde hat Mitspracherecht

Dieser Gestaltungsplan ist nötig: «Solange ein Gestaltungsplan fehlt, kann auf dieser Brache mitten im Dorfzentrum nichts gebaut werden», sagt Bauverwalter Lukas Sigrist. Konkrete Bauabsichten bestehen laut Sigrist für eine Parzelle am östlichen Rand entlang dem Meierhofweg. Für das Gebiet zwischen Bahngeleisen, Parkplatz (siehe Bild), Kyburgweg und Meierhofweg liegt eine Bebauungsstudie vor.

Der Gestaltungsplan legt die Rahmenbedingungen wie Nutzungsziffern, Gebäudehöhen, Grünflächenanteile oder Dachflächennutzung fest. So muss beispielsweise der Wohnanteil mindestens ein Drittel betragen, der Anteil für Büro- und Dienstleistungen 15 Prozent. Ebenso dürfen auf den Baufeldern (mit Ausnahme der Baufelder östlich des Meierhofwegs) Läden mit einer Verkaufsfläche von maximal 500 Quadratmeter geplant werden. Weil das Areal so gross ist, behält sich der Gemeinderat ein Mitspracherecht vor und belegt diese Baufelder mit einer Konzeptpflicht. «So müssen die Eigentümer Wettbewerbe durchführen oder mindestens drei unterschiedliche Konzeptvarianten von ausgewiesenen Planern vorweisen, welche durch die Baukommission der Gemeinde oder ein Beratungsgremium aus Fachleuten beurteilt werden», sagt Sigrist.

Strassenkredit längst bewilligt

Der Knackpunkt des Areals: Die Erschliessungskapazitäten sind beschränkt. Die Einmündung der Hinteren Bahnhofstrasse in die Gränicherstrasse erträgt keinen zusätzlichen Verkehr. Entlastet werden soll er durch die Strassenverlängerung zur Bernstrasse Ost. Dafür wird die Hintere Bahnhofstrasse künftig über den Bahnhofplatz und entlang den Geleisen zur Bernstrasse Ost geführt. Der Strassenabschnitt, der sich heute zwischen den Hallen von Chocolat Frey und Dreier durchs Quartier zieht, wird aufgehoben.

Den Baukredit für die Verlängerung hat die Gemeindeversammlung bereits an der Wintergmeind 2009 bewilligt – jedoch mit der Auflage, diese erst zu bauen, wenn die Gesamtüberbauung konkret wird. Im Gestaltungsplan wird nun festgehalten, dass vor der ersten Baubewilligung (mit Ausnahme der Baufelder östlich des Meierhofwegs) ein Projekt für die Strassenverlängerung und den Bahnhofplatz erarbeitet werden muss.

Der Gestaltungsplan liegt noch bis zum 6. Mai öffentlich auf. Nach Einspracheverhandlungen und Anpassungen will der Gemeinderat im Juni den Gestaltungsplan beschliessen und ihn im Sommer durch den Kanton genehmigen lassen. Bis jetzt seien die ersten Rückmeldungen aus der Bevölkerung positiv ausgefallen, sagt Bauverwalter Sigrist: «Insbesondere die Absicht, den Fussweg zum Bahnhof zu sichern, kommt gut an.»

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