Reisende aus Olten, Bern, Basel oder Baden müssen in Aarau manchmal lange warten. Die Busse fahren ab 20 Uhr zwei Mal pro Stunde, immer wenige Minuten, bevor der Zug ankommt. Für Reisende aus Zürich ist der Anschluss gewährleistet, solche aus Bern müssen 20 bis 25 Minuten warten. «Wir möchten eine Begründung, wieso einem dieser Bus vor der Nase wegfährt», sagt Markus Schumacher, Vorstand der SP Bezirk Aarau. Er hat zusammen mit Grossrätin Franziska Graf-Bruppacher (SP) eine Petition eingereicht, die geringere Wartezeiten verlangt.

Die Fokussierung auf Zürich sei zu stark, meint Schumacher und sieht eine einfache Lösung: «Es könnte der Sonntag-Tagesfahrplan übernommen werden, da fahren die Busse fünf Minuten später.» Gerade am Abend sei es wichtig, dass die Leute mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause kommen würden.

Ein bis zwei zusätzliche Busse

Dass die Reisenden aus Baden, Basel oder Bern am Abend längere Wartezeiten in Kauf nehmen müssen, sei eine Kostenfrage, sagt Hans Ruedi Rihs, Leiter der Sektion öffentlicher Verkehr des Kantons Aargau: «Es bräuchte ein bis zwei zusätzliche Fahrzeuge.» Dass das Angebot zürichorientiert sei, bestreitet er nicht. «Die Nachfrage ist hier viel grösser.» Hinzu kommt, dass ab 20 Uhr die Anzahl Passagiere abnimmt. «Wir gehen davon aus, dass wir den Pendlerverkehr bis 20 Uhr abgedeckt haben.». Danach handle es sich eher um ein Freizeitangebot.

Anderer Ansicht ist Franziska Graf: Das Anliegen werde von vielen Pendlern geteilt. «Wir haben mit wenigen Leuten innert kurzer Zeit rund 800 Unterschriften gesammelt.» Vom Bauarbeiter bis zum Banker hätten alle unterschrieben.

Aber warum übernimmt man ab 20 Uhr nicht den Sonntagsfahrplan? «Auch beim Sonntagsfahrplan sind die Anschlüsse von Baden und teilweise vom Westen zu kurz», sagt Rihs. Der vermeintliche Anschluss im Sonntagsfahrplan sei gar keiner: «Es bleiben nur zwei bis drei Minuten zum Umsteigen, deshalb ist der Anschluss nicht garantiert.»