Aarau
Der Bachfischet ist ein Unesco-Kulturerbe

Einmaliges Erlebnis mit 1800 Lampions und Laternen am nächsten Freitag, damit zeichnet sich eine Rekordbeteiligung ab. Seit neustem steht der Brauch auf der Unseco-Liste des immateriellen Kulturerbes.

Hermann Rauber
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Bachfischet, ein Brauchtum mit grosser Tradition.

Bachfischet, ein Brauchtum mit grosser Tradition.

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Wenn am nächsten Freitag, 21. September, die Aarauer Schülerschaft wieder den Bachfischet zelebriert, so zeichnet sich mit 1800 Beteiligten eine Rekordbeteiligung ab. Was beweist, dass der Brauch, der neuerdings auf der Unesco-Liste des immateriellen Kulturerbes steht, zu Recht im Inventar der «lebendigen Traditionen» aufgeführt wird. Dieselbe Qualifikation wird übrigens im national 167 Positionen umfassenden Verzeichnis des Bundesamtes für Kultur auch dem Aarauer Maienzug zuteil (siehe www.lebendigetraditionen.ch).

Im Moment wird in den Schulstuben eifrig gebastelt. Die kleinen und grossen Kunstwerke in Form von Lampions und Laternen werden am Freitag mit Stolz und begleitet von den traditionellen Sprüchen wie «De Bach esch cho» oder «Fürio, de Bach brönnt» durch die verdunkelten Strassen und Gassen getragen.

Zum Schluss ein Mordschlapf

Die Lichter werden pünktlich um 20.15 Uhr ausgehen, Zeichen für die Kadettentambouren, sich auf der Bachstrasse in Marsch zu setzen. Die Umzugsroute führt unverändert über die Obere und die Vordere Vorstadt durch das Obertor hinein in die Altstadt, durch die Rathausgasse und die malerische Halde, ehe sich der farbige Tatzelwurm dem Ende des wilden Zuges zuwendet, der Sporthalle im Schachen. Dort wartet auf die Schülerinnen und Schüler nicht nur eine warme Verpflegung, sondern auch der finale Mordschlapf, der von der Wirri-Zunft bezahlt wird und sich längst zu einem veritablen Feuerwerk am Aarauer Nachthimmel ausgeweitet hat. Auf dem Maienzugplatz können sich auch Erwachsene in einer kleinen Festwirtschaft niederlassen und sich am Konzert der Kadettenmusik Aarau erfreuen.

Es ist die 1922 gegründete Heinerich Wirri-Zunft, die sich im Hintergrund für die Erhaltung und Förderung dieses Aarauer Brauchtums einsetzt. Die organisatorischen Fäden laufen beim Bachfischet-Obmann Urs Bänziger zusammen. Der Wirri-Zünfter, beruflich als Linienpilot bei der Swiss im Einsatz, begleitet den Anlass heuer zum zehnten und gleichzeitig zum letzten Mal, «mit ungebrochener Freude», wie er betont.

Auch Abteilungen aus Rohr dabei

In diesem Jahr nehmen erstmals auch sämtliche Abteilungen (vom Kindergarten bis zur Oberstufe) aus dem Stadtteil Rohr am Umzug teil. Und die besonders eifrige Schule Erzbachtal hat ausnahmsweise gleich fünf Klassen angemeldet.

Es ist seit bald hundert Jahren üblich, dass die Wirri-Zunft die besten Kunstwerke und Klassen prämiert. Weil dies in der Vergangenheit hin und wieder zu Frust und bösem Blut führte, hat Urs Bänziger «eine breitere Streuung», also eine deutlich höhere Zahl von Preiskategorien eingeführt. Er hofft nun auf gutes Wetter am 21. September und bittet alle Fotografen, gelungene Schnappschüsse vom Bachfischet 2012 nach dem Umzug an die Mailadresse bachfischet@wirrizunft.ch zu senden. Diese werden dort zu einer Bildergalerie zusammengeführt.