Oberentfelden
«Der Aufschrei war gross»: So wurden die General-Electric-Mitarbeiter über die Verlegung informiert

General Electric will den Standort Oberentfelden in Birr integrieren. Bei Mitarbeitern kommt dieser Plan nicht gut an.

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Blick auf das Werkgelände in Oberentfelden: Der Standort soll bis Ende 2019 nach Birr verlegt werden.

Blick auf das Werkgelände in Oberentfelden: Der Standort soll bis Ende 2019 nach Birr verlegt werden.

Mario Fuchs

In Oberentfelden erfuhren die Mitarbeiter per Videobotschaft von der Schliessung ihres Standorts. In Englisch, natürlich. Erst danach wurde das Gesagte in Deutsch wiedergegeben. «Die Angestellten, die nicht so gut Englisch sprechen, haben noch nicht einmal verstanden, dass der Standort geschlossen und nach Birr verlegt wird», sagt ein Angestellter, der seit Jahren in Oberentfelden arbeitet. Erst bei der Präsentation auf Deutsch hätten sie es realisiert. «Und selbst da wurde es nicht explizit gesagt, sondern erst auf Nachfrage bestätigt.» Entsprechend gross sei der Aufschrei gewesen.

Für den Angestellten ist das das Ende der Schweizer GE-Geschichte. «Aus der Ferne ist es einfach zu sagen, 20 Kilometer Distanz zwischen den Standorten seien ein Katzensprung. Für uns ist es das nicht.» Er sei deshalb der festen Überzeugung, dass dieser Entscheid dazu führen werde, dass der Laden komplett dichtgemacht werde. Viele Arbeitskollegen hätten bereits erklärt, dass sie diesen Arbeitsweg nicht auf sich nehmen und die Verlegung nicht mitmachen werden. «Eine solche Firma lebt von den Leuten, die seit Jahren oder Jahrzehnten hier arbeiten, von ihrer Erfahrung. Es ist illusorisch zu meinen, dass man diese Leute einfach beliebig hin und her schieben kann.»

Illusorisch sei auch der Zeithorizont, so der Angestellte. Geplant ist, die Oberentfelder Produktionsstätten bis Ende 2019 nach Birr zu verlegen. «Das ist viel zu ehrgeizig. Ein Speziallabor kann man nicht einfach so zügeln.» Ausserdem sei es eine Frechheit des GE-Managements, die Zusammenlegung als Investition in die Zukunft zu verkaufen. «Ja, es wird investiert. Aber es wird in Oberentfelden auch ein Standort geschlossen, um das Gebäude zu verkaufen.»

Bei aller Wut ist der Montag für den den langjährigen GE-Mitarbeiter vor allem ein trauriger: «Es ist schlichtweg dramatisch, dass es nun mit dieser traditionsreichen und in der Region so verankerten Firma so zu Ende geht.» (ksc)