Das Gericht sprach den Mann in wesentlichen Anklagepunkten schuldig. Es verurteilte ihn unter anderem wegen mehrfacher Gefährdung des Lebens und wegen strafbarer Vorbereitungshandlungen zu mehrfachem Mord. Vom Vorwurf der versuchten vorsätzlichen Tötung wurde er jedoch freigesprochen.

Ebenso lehnte es das Gericht ab, dass S. nach Verbüssung der Strafe verwahrt wird. Es ordnete aber eine vollzugsbegleitende ambulante Massnahme an. Der Gerichtspräsident redete dem Amokschützen aber ins Gewissen: «Wenn Sie sich der Therapie widersetzen oder es sich herausstellen sollte, dass Sie therapieunfähig sind, kann die die Vollzugsbehörde eine Verwahrung gerichtlich prüfen lassen».

12 Jahre

Der Staatsanwalt hatte eine Freiheitsstrafe von 11 Jahren sowie Verwahrung gefordert. Der Verteidiger von S. hielt eine Strafe von 4 Jahren für angemessen. Eine Verwahrung lehnte verhement er ab. In den Hauptanklagepunkte plädierte der Verteidiger auf Freispruch. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob es weitergezogen wird, liessen die beiden Parteien noch offen.

Zu den 9 Jahren von heute wird S. noch 3 Jahre (1 Jahr unbedingt und 2 Jahre bedingt) aus der Veruteilung aus dem Jahr 2008 absitzen müssen. Diese Strafe hat er bis jetzt noch nicht angetreten. Damals wurde er wegen sexueller Nötigung und Pornografie veruteilt.

Im Haus verschanzt

S. hatte sich am 13. November 2008 in seinem Einfamilienhaus an der Neumattstrasse in Buchs bei Aarau verbarikadiert. Als die Polizein eintraf, schoss er aus dem Haus. Die Sondereinheit «Argus» der Kantonspolizei stürmte anschliessnd das Haus und schoss auf den S. Der Mann wurde dabei schwer verletzt.

Nach dem Vorfall fand die Polizei im Haus rund 20 Pistolen und automatische Waffen, Schalldämpfer, grosse Mengen Munition und Sprengstoff sowie Folterwerkzeuge. Zudem entdeckten sie eine «Todesliste» mit 26 Namen drauf.

Auf der Liste mit Einzelheiten zu Folter- und Tötungsplänen standen auch Namen von Behördenvertreten, von denen sich der Mann ungerecht behandelt gefühlt hatte. Der wegen sexueller Nötigung und Pornografie Verurteilte war den Behörden als Waffennarr bekannt gewesen. (rsn/sda)