Jubiläum

Der Aargauer Volkslauf ist eine Erfolgsstory - ein Sieger wurde zum Star

Am Sonntag findet in Aarau der 30. Aargauer Volkslauf statt.

Dieses Rennen habe sich als besondere Herausforderung erwiesen, sagte Markus Hacksteiner nach dem Sieg bei der Erstaustragung des Aargauer Volkslaufes. Was der damalige Vorzeigemittelstreckenläufer (noch immer die Nummer 2 der Schweizer Allzeit-Bestenliste über 1500 m) nach den 14,85 km vom Aarauer Schachenstadion zum Kraftwerk Rupperswil und zurück noch nicht realisierte, zeigte sich am Folgetag: «ein Riesenmuskelkater». Das Rennen fand Anfang November 1990 statt, unmittelbar nach Hacksteiners Saisonpause.

Und was der Windischer damals ebenfalls nicht wusste: Der Aargauer Volkslauf etablierte sich in den folgenden Jahren. An diesem Sonntag findet er zum 30. Mal statt. Geändert hat sich in der langen Zeit wenig. Zwei Punkte sind von Bedeutung: Die Hauptdistanz wurde – dank einer Zusatzschlaufe am Aarekanal – mit den Jahren auf 10 Meilen oder 16,1 km verlängert und der Termin verlegt von Anfang November auf Ende April. Das Argument dafür: Der Frühling ist attraktiver, die Volkslaufsaison noch jung, die Lust auf Wettkämpfe bei den möglichen Teilnehmern höher. Und Hacksteiner streicht aus Sicht des ambitionierten Läufers hervor: «Jetzt bietet sich die Möglichkeit eines Tests nach Abschluss des Wintertrainings.»

Fixpunkt im Läuferkalender

Der Aargauer Volkslauf ist für viele Aargauer Läufer wie für ausserkantonale zu einem Fixpunkt in ihrer Agenda geworden. Die Teilnehmerzahlen entwickelten sich erfreulich. Bereits bei der dritten Austragung wurde die 1000er-Marke geknackt. Seither pendelt die Anzahl der Läuferinnen und Läufer zwischen 919 und 1457 (2001). Fragt sich, ob nun beim Jubiläum ein Ausreisser nach oben resultiert. Wachsender Beliebtheit erfreut haben sich in den letzten Jahren die kürzeren Strecken von 10,3 und 4,7 km – neben der Hauptdistanz von 10 Meilen. Kinder und Jugendliche messen sich über Strecken zwischen 1 und 3 km.

Für die Leichtathleten

Bewährt seit Beginn ist das spezielle Modell des Aargauer Volkslaufs. Die Organisation obliegt dem Aargauischen Leichtathletik-Verband (ALV). Der Gewinn der Veranstaltung kommt den kantonalen Leichtathleten zugute, allen voran dem Nachwuchs. Dabei profitiert der Kantonalverband zusätzlich. Christian Winter, deren Präsident, sagt: «Dank dem Aargauer Volkslauf konnten wir zusätzliche Sponsoren für die Leichtathletik gewinnen.» Beim UBS Kids-Cup, den Swiss Athletics Sprints und dem 1000-m-Cup Mille Gruyère zeigt sich dies wie bei den verschiedenen Nachwuchslagern und -zusammenzügen. «So bewegen wir 25'000 Kinder im Jahr», sagt Winter. Im Kontrast dazu: Der Aargauer Volkslauf stösst bei den Jungen auf (zu) wenig Interesses – obwohl die 10- bis 16-Jährigen in den Genuss von Gratisstarts kommen.

Spannende Affiche

Neben quantitativen Faktoren kommen traditionell auch qualitative aufs Tapet. Die Liste der bisherigen Sieger unterstreicht dies. Neben Markus Hacksteiner finden sich Namen wie: Fabiola Rueda (8 Siege), Daniel Böltz (ehemaliger Schweizer Marathon-Rekordhalter), Patrizia Morceli (Top-Marathonläuferin) oder jener Mann, der die Schweizer Langstreckenszene entscheidend geprägt hat: Tadesse Abraham, der aktuelle Marathon-Rekordhalter und Halbmarathon-Europameister. Er errang in Aarau drei Siege. Aber auch Aargauer profilierten sich, etwa Hansjörg Brücker (4 Siege), Diana Schramek (mittlerweile Müller/3 Siege), Corinne Velthuijs oder das letztjährige Siegerduo Lukas Stähli und Luzia Sestito. Der Aargauer Volkslauf-Titel geht jeweils an den/die schnellste(n) Aargauer/-in.

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