Musik

Der Aargauer Rapper Prime ist «uf em Wäg ad Spitze»

Prime - D'Reis vo dim Läbe

Prime - D'Reis vo dim Läbe

Jonas Burch alias Prime, Rapper und Regionalsportredaktor bei der az, veröffentlicht sein erstes Album. Zwölf persönliche und eigens geschriebene Songs finden sich auf der Platte des Aargauers wieder.

«De Wäg ad Spitze» - so heisst das Album von Jonas Burch alias Prime. Und der Weg bis zu seinem ersten Album war lang. Aber Jonas Burch aus Buchs war beharrlich und ging mit einer grossen Portion Willen an die Arbeit.

In seiner Jugendzeit hat der heute 24-Jährige begonnen, Rap zu hören. Mit seinen Kollegen beginnt er in einem kleinen Bandraum selber zu rappen, er experimentiert und baut sich ein Equipment auf. Das ist ihm jedoch bald nicht mehr genug. «Ich wollte nicht mehr unprofessionell sein», sagt er heute.

Prime - D' Legände vo morn

Prime - D' Legände vo morn

Professionell werden heisst Prioritäten setzen

Er entscheidet, alleine ein Projekt auf die Beine zu stellen, ins Studio zu gehen, Songs professionell aufzunehmen. «Dafür muss man halt auch Geld ausgeben», sagt Burch. Er habe sich Prioritäten gesetzt, sei weniger am Samstagabend in den Ausgang gegangen, weniger in die Ferien.

An der Arbeit als Solokünstler findet er schnell Gefallen. Die vielen Freiheiten vor allem in Bezug auf die Themensetzung schätzt er. Die Liedtexte auf seinem Album hat er alle selbst geschrieben, das sei selbstverständlich für einen Rapper, sagt er. «Ich könnte nicht hinter einem Text stehen, den jemand anders für mich geschrieben hat.» Ein explizites Vorbild hat er nicht, doch er lässt sich gerne von deutschen Rappern wie «Bushido» oder von «Kollegah» inspirieren.

Der Rapper ist auch ein Poet

Wenn Jonas Burch seine Texte schreibt, ist er ein Poet. Er feilt an der Lyrik des Textes, bis alles perfekt ist. Doppelreime und Wortspiele müssen stimmen. «Ein Haus-Maus-Reim wäre mir zu billig», sagt er. «Meine Texte müssen authentisch sein, ich will nicht das typische Rapper-Image pflegen.»

Prime - 30 Grad (Live) im KiFF Aarau

Prime - 30 Grad (Live) im KiFF Aarau

So haben etwa Fluchworte keinen Platz in seinen Texten. Jeder könne deshalb seine Songs hören, vom dreijährigen Kind bis zur Grossmutter.

Im Song «König vo de Wält» besingt er das Kind in einem, in «d'Reis vo dim Läbe» die Beziehung zu einer Frau und in «30 Grad» einen heissen Sommer. Dass er in Mundart singen würde, war für Jonas Burch von Anfang an klar: «Ich könnte mich in keiner anderen Sprache so ausdrücken wie in meiner Muttersprache.»

Im letzten Jahr hat Burch einen Beitrag des Aargauer Kulturförderers «Kulturdünger» bekommen. Damit und mit viel Eigenkapital hat er nun sein erstes Album produziert - sein «Baby», wie er es nennt.

Er bringt sein Album selber unter die Leute, dabei ist vor allem das Internet eine wichtige Plattform. «Ich hoffe auf ein Schneeballsystem», sagt er «Ich bin jedes Mal stolz, wenn jemand den ‹Gefällt mir›-Button drückt.» So kommt Jonas Burch auf seinem Weg an die Spitze einige Meter weiter.

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