Zum Frühlingsbeginn pflanzten die Aarauer Stadträtinnen und Stadträte sowie Stadtbaumeister Felix Fuchs am Freitag acht neue Bäume im Stadtteil Rohr. Genau genommen hatten die Mitarbeiter der Grünflächenpflege die Bäume bis auf ein paar letzte Schaufeln Erde schon gesetzt.

Doch es ging beim gestrigen Anlass ohnehin um etwas anderes: Die Baumpflanzaktion solle ein Zeichen setzen, dass die Stadt ihre Bäume künftig noch sorgfältiger pflegen will, sagte die zuständige Stadträtin Regina Jäggi.

Offensichtlich sind das nicht nur schöne Worte: Im vergangenen Herbst wurde mit Max Jaggi ein «Leiter Grünflächenpflege» angestellt. Jaggi arbeitete früher bei der Stadtgärtnerei Bern. Nun soll die Stadt von seinem Baumwissen profitieren.

Die Stadt hat die Stadtgärtnerei, die früher zum Werkhof gehörte, für zwei Jahre probehalber der Abteilung Friedhof zugeteilt. Im ersten Jahr habe sich die Neuorganisation bewährt, sagte Felix Fuchs gestern.

Der Standort der Grünflächenpflege ist neu nicht mehr beim Bauamt in der Telli, sondern im alten Werkhof im Stadtteil Rohr.

Dort wurden gestern auch die acht neuen Bäume gepflanzt: auf dem «Rohrer Balkon», dem Grünstreifen entlang der Hauptstrasse vis-à-vis dem alten Gemeindehaus.

Max Jaggi bekennt sich klar zur Pflege von alten Bäumen. Solche seinen mit ihren Höhlen und zerfurchten Rinden für viele Tiere (Vögel, Siebenschläfer, Insekten) ein Zuhause.

War es also falsch, die alten Bäume im Telliring zu fällen? «Das nicht», sagte Werkmeister Marcel Acklin, «aber man hat verpasst, sie richtig zu schneiden und so zu pflegen, dass sie noch älter hätten werden können.»

Das will Jaggi nun verbessern - in Bern habe er einen 400 Jahre alten Baum gepflegt. Natürlich seien alte Bäume mitten in einer Stadt wegen der Sicherheit eine Herausforderung: «Man muss gut zu ihnen schauen und sie kontrollieren», so Jaggi.

Stadtbaumeister Felix Fuchs wies darauf hin, dass es in einer Stadt im Sommer bis zu drei Grad heisser sei als ausserhalb - abgesehen von grünen Inseln wie Pärken mit vielen Bäumen. (kus)