Musik made in Aarau: Am 15. November ist Plattentaufe von «NeoRetro» dem zweiten Album des Aarauer Rappers Rapas. Aufgenommen wurde es in einem zum Tonstudio umfunktionierten Keller nahe dem Bahnhof. Sämtliche beteiligten Künstler stammen aus Aarau und Umgebung. Und wer sich das Video zur Single «Money Matter» anschaut, erkennt rasch die Gassen und Häuser der Altstadt.

Nicolas Meier, so der bürgerliche Name von Rapas, ist in Aarau aufgewachsen. Gerade hat der 26-Jährige sein Medizinstudium abgeschlossen. Mit grauer Schiebermütze und schlichten Jeans widerspricht er dem Bild eines Klischee-Rappers, der sich gerne mit weiten Hosen und opulentem Goldschmuck behängt. «Ich bin Rapper und schreibe Lieder», definiert er sich selbst. Darauf folgen meist erstaunte Blicke. Ein Rapper und Lieder? Mehr als ein kräftiger Bass und starke Texte? Das passt doch nicht zusammen.

Rapper Rapas

Nicht der Norm entsprechen

Üblicherweise laufen bei Rappern die Produktion des Beats und die Produktion des Textes nahezu getrennt voneinander ab. Ein Rapper meldet sich beim Produzenten, dieser liefert ihm den instrumentalen Teil zu seinen Texten. Ein computergenerierter Beat und eine verstärkte Stimme machen den typischen Rap-Song aus.

Ganz anders sind die Lieder von Rapas: Hier gibt es weder eine künstlich verstärkte Stimme, noch wurde die Musik am Computer produziert. Zusammen mit den Komponisten Benjamin Bisaz und Michael Schlegel sowie einer vierköpfigen Band nahm der Rapper sein Album im Studio in Aarau auf. Nachbearbeitet wurde nichts. «Jeder Song ist eine Momentaufnahme», erklärt Meier. «Gibt es zwei, drei kleine Fehler, machen sie den Charme des Albums aus. Das entspricht meiner Musik und meiner Person.»

Er habe sich seit der Erscheinung seines ersten Albums vor fünf Jahren verändert, sagt Meier über sich selbst. Er sei reifer geworden. «Ich suchte nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten. Als Künstler braucht man Zeit, um in eine Rolle hineinzuwachsen, die man verkörpern kann.»

Vielschichtige Songs

In vielen seiner Texte wechselt Meier die Perspektive, erzählt beispielsweise im Track «Sie & Er» einmal aus der Sicht einer ungewollt schwangeren Frau, einmal aus der Sicht ihres Ex-Freundes. So entstand die Idee, diese Wechsel auch musikalisch zu untermalen. «Die Texte und das Grundgerüst standen. Dann luden wir spontan ein paar Bekannte zu einem zwanglosen Zusammenspiel ein», sagt Meier.

Vier Musiker aus der Region unterstützten den Rapper fortan mit ihrem Können: Philippe Brändli am Bass, Jonas Leuenberger an der Gitarre, Steven Parry an den Tasteninstrumenten und Michael Schlegel am Schlagzeug. «Das langsame Entstehen der Songs macht für mich das Liedermachen aus», sagt Meier. Natürlich habe es bei den Sessions ein paar Überraschungen gegeben. «Wir liessen den Musikern bewusst Freiraum und wollten ihrer Kreativität nicht im Weg stehen.» Schlussendlich trugen die Musiker einen grossen Teil zum Album bei.

Plattentaufe am Freitag, 15. November ab 20 Uhr im KiFF