Aarau

Der Aarauer «Oxer» soll kein Stadttheater werden

Alte Reithalle Aarau

Alte Reithalle Aarau

Die Künstler der Region wärmen sich in der Reithalle auf. Nicht nur für eine Produktion, welche am Wochenende beginnt, sondern auch für den künftigen «Oxer».

Was für eine Art Theater der «Oxer» in Aarau 2016 werden soll, das zeigt sich jetzt: Bis die alte Reithalle umgebaut wird, wird dort jeweils im Frühling und Herbst Theater gespielt - also dann, wenn die Halle nicht geheizt werden muss und die Produktionen keine Konkurrenz zum bestehenden Theater Tuchlaube sind.

Was sich die Verantwortlichen darunter vorstellen, ist ab morgen während des «Warm-up. Ein 48-Stunden-Programm» zu sehen: Die Organisatoren haben gerufen und über 60 Künstler und künstlerische Gruppierungen kamen, um eine Zeltstadt zu besetzen - darunter viele junge Kreative. «Ich weiss auch nicht, woher die auf einmal kommen», sagt Nils Torpus, Leiter Theater Marie. «Jetzt sind sie eben da», entgegnet Margrit Bühler, Präsidentin von T.u.T., der Interessengemeinschaft Darstellende Künste Aargau. «Und jetzt muss es weitergehen.»

Neue Theatergruppen gesucht

Die beiden sind sich einig: Die Region Aarau, ja der ganze Kanton, braucht mehr Theaterschaffende. Es gibt sie. «Aber bis jetzt wanderten viele nach Basel und Zürich ab», sagt Torpus. Bis der «Oxer» fertig ist, soll die Reithalle vor allem auch eine Begegnungsstätte sein: Künstler sollen sich kennen lernen und zusammen Ideen für die Zukunft entwickeln. Schliesslich soll ein neues und grösseres Publikum für Theater begeistert werden.

Die grosse Halle am Apfelhausenweg wird also alles andere als ein Stadttheater. Es wird kein festes Theaterensemble geben und keinen Schauspieldirektor. Viel lieber wollen Bühler und Torpus neue Formen von Theater ausprobieren. «Es braucht heutzutage einen Effort, um die Leute ins Theater zu holen», sagt Torpus.

«Käserei in der Vehfreude» ganz real

Eine Herausforderung. Doch der Trumpf der Theatermacher: Mitten in der Internetzeit ist die Bühne ein Ort der realen Begegnung. Wie real sich Torpus das vorstellt, zeigt eine Produktion, die im nächsten Frühling stattfinden soll: Das Theater Marie und TaB Reinach werden die «Käserei in der Vehfreude» von Jeremias Gotthelf aufführen. Dazu laden sie Käsereien und andere Agrar-Produzenten zu einem Markt in der Reithalle. Auch die politischen Parteien sollen Stände besetzen und miteinander über die Agrarpolitik diskutieren, bevor das Stück «wirklich» beginnt. Seite 33

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