Buchs

Den Einwohnerrat abschaffen?

Einmal, 2017, hat der Buchser Einwohnerrat Glück gehabt: Die Stimmbürger bestätigten die vom Parlament beschlossene Kreisschulfusion. Aber nur mit hauchdünnen 21 Stimmen Unterschied. Gleichentags lehnte das Volk mit 66 Prozent Nein den von den Volksvertretern beschlossenen Bärenplatz-Verkauf ab.

Im November 2018 dann das wuchtige Nein zu einem Budget, das im Einwohnerrat nur vereinzelte Gegner gehabt hatte. Und jetzt: schon wieder zwei deutliche Abfuhren. Besonders der Umstand, dass nochmals dasselbe Budget zur Abstimmung kam, sorgte beim Volk für Unmut; auf den sozialen Medien war sogar von «Erpressung» die Rede.

Die Buchser Behörden müssen nun über die Bücher. Erste Priorität hat die Frage, wie man dem Stimmbürger für den Urnengang vom Mai den 19-Millionen-Kredit für das neue Schulhaus Risiacher schmackhaft machen will: Der Einwohnerrat hat dazu zwar Ja gesagt, aber dass das nichts heissen muss, ist spätestens seit gestern klar.

Zweite Priorität muss die Frage haben, wie es weitergehen soll. Der Einwohnerrat kann nicht noch jahrelang am Volk vorbeipolitisieren. Braucht es regelmässige Dialog-Veranstaltungen für die Bevölkerung, wie etwa das Suhrer «Infoforum»? Oder, radikaler: Warum nicht den Einwohnerrat abschaffen und zur Gmeind zurückkehren, wie es Suhr gemacht hat?

Buchs hat rund 8100 Einwohner, aber nur 4261 Stimmberechtigte. Dass Gemeindeversammlungen bei dieser Anzahl kein Problem sind, beweisen neben Suhr (5574 Stimmberechtigte) auch Küttigen (4272), Oberentfelden (4828) oder Gränichen (5006).

nadja.rohner@chmedia.ch

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