Einen Einkaufszettel braucht nicht, wer an einem echten Wochenmarkt steht. Zu dieser Überzeugung ist die Zuger Autorin Barbara Halter während ihrer Recherchen gekommen. Für ihr Buch hat sie zehn Schweizer Wochenmärkte besucht. Auch den «Märt» in Aarau.

Halters Buch ist ein Führer durch die Stände, damit man auch als Neuling weiss, wo es die knackigsten Rüebli gibt. Die Autorin musste für die Recherche anders vorgehen: Sie stellte sich bei jenen Gemüsebauern mit den längsten Schlangen an, da diese schätzungsweise die besten Waren anbieten. Man kann sich auch von der Nase leiten lassen – jedenfalls nicht vom Einkaufszettel. Auf dem Markt am Graben empfiehlt Halter elf Produzenten, darunter «den Mann mit dem Hut», Ruedi Käser. Seine Familie fährt schon seit 1956 aus dem Fricktal samstags nach Aarau. Das Sortiment ist inzwischen gross, das Richtige für Kochfreaks.

Infos über die Produzenten

Auch die Bio-Produkte von Regula Niggli-Lienhard vom Alpenzeiger sind im Führer vorgestellt. Die erwachsenen Kinder und Partner arbeiten im Betrieb mit. Ihr Hof steht auf dem Hungerberg, das bewirtschaftete Land ist um die ganze Stadt herum verteil. Die Bauernfamilie zieht jedes Jahr auch viele Setzlinge für den ProSpecieRara-Setzlingsmarkt auf dem Schloss Wildegg.

Vor dem Stand des Maître Fromager Rolf Beeler aus Luzern gibt es keine Schlange: Beeler führt ein Nummernsystem, man wartet bis man aufgerufen wird. «Abgeschaut bei den französischen und italienischen Supermärkten», sagt Susanne Klemenz. Die quirlige Frau führt den Beeler-Ableger in Aarau auf eigene Rechnung. Ihr Geissenkäse kommt vom Galeggenhof in Suhr. Dort produziert Klemenz einmal in der Woche ihre neuen Kreationen. Im Buch noch erwähnt, aber bereits nicht mehr am Märt ist der Chäs-Wali. Sein letzter Auftritt war bereits vor einer Woche. Walter Flückiger sagt dazu: «Es war sehr bewegend», viele Kunden hätten sich bei ihnen verabschiedet. Der Chäs-Wali ist an seinem Standort im Scheibenschachen-Quartier heute das letzte Mal geöffnet.

Bei Bioweinbauer Peter Müller aus Erlinsbach ist der Verjus zu haben, der Saft aus unreifen Trauben. Für einen richtig guten Butterzopf gehe man zu Claudio und Bruno Beltrametti, bilanziert Barbara Halter. Die Zöpfe und Brote werden im Holzofen gebacken und sind in grossen geflochtenen Körben präsentiert. Essbare Blüten, Kräuter und Beerensträucher gibts bei der biologischen Gärtnerei Omiobio unten vor dem Schlossplatz. Und nicht nur am Rüeblimärt, sondern an jedem Samstag in Aarau gibt es bei Ernst Lässer aus Bottenwil die Küttiger Rüebli. Als Spezialist für Wurzelgemüse ist er im Buch vorgestellt. Auf seiner Rüeblisuppe liegt stets eine Scheibe Speck. Also nichts wie hin. Am Märt am Graben herrscht auch heute von 7 bis 12 Uhr Betrieb.