Kundgebung
Demonstration in Aarau: Rund zwei Dutzend Personen protestieren friedlich gegen Corona-Massnahmen

Eine kleine Gruppe von rund zwei Dutzend Personen hat sich im Kasinopark Aarau zu einer Kundgebung gegen die Coronamassnahmen versammelt. Sie zeigten Transparente, sprachen Passanten an, sangen ein Lied - und verhielten sich absolut friedlich. Die Kantonspolizei war mit einem Aufgebot vor Ort, ermahnte die Demonstranten zum Einhalten der Abstandsregeln und führte Gespräche mit ihnen.

Fabian Hägler
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Marianne aus Wohlen, die ihren ganzen Namen nicht online oder in der Zeitung lesen möchte, trägt eine Mütze mit Schweizerkreuz und dem Slogan "Freiheit", in der Hand hält sie die Schweizer Bundesverfassung. Zusammen mit rund zwei Dutzend anderen Demonstranten steht Marianne am Samstagnachmittag im Aarauer Kasinopark und nimmt an einer Kundgebung gegen die Corona-Beschränkungen des Bundes teil. Aufgerufen zur Demonstration, die auch als Mahnwache oder Spaziergang bezeichnet wurde, hatten die "Corona Rebellen Schweiz". In sozialen Medien und auf dem Messengerdienst Telegram hatten sie zum Protest aufgerufen.

"Ich habe den Aargauer Ableger der Corona Rebellen gegründet, aber inzwischen gehöre ich nicht mehr dazu", sagt Marianne, als der AZ-Reporter sie anspricht. Sie könne sich mit den teilweise komischen Positionen nicht identfizieren, sie sehe keine Verbindung zwischen Corona und der 5G-Mobilfunktechnologie und lehne auch sonstige Verschwörungstheorien ab. "Aber aus meiner Sicht hat der Lockdown viel mehr Schaden angerichtet, als das Virus selber", sagt Marianne. Sie sei dreifache Mutter, erziehe ihre Kinder allein und habe dazu noch ihren Job verloren, erzählt die Wohlerin.

Rund zwei Dutzend Personen protestieren friedlich gegen Corona-Massnahmen
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Rund zwei Dutzend Personen protestieren friedlich gegen Corona-Massnahmen
Rund zwei Dutzend Personen protestieren friedlich gegen Corona-Massnahmen

Rund zwei Dutzend Personen protestieren friedlich gegen Corona-Massnahmen

Fabian Hägler

"Man könnte alle Massnahmen sofort aufheben"

Das Virus sei bei Weitem nicht so gefährlich, wie die Behörden den Menschen weismachen wollten, sagt Marianne. Die Lockerungen, die seit Montag gelten, begrüsst sie zwar, doch das sei noch nicht genug. "Von mir aus gesehen könnte man alle Einschränkungen sofort aufheben, auch die Abstandsregeln braucht es nicht." Genau auf diese Vorgabe macht der Einsatzleiter der Kantonspolizei die Kundgebungsteilnehmer aufmerksam - ruhig, freundlich, aber bestimmt. Sofort wird er in Diskussionen verwickelt, über Sinn und Unsinn der behördlichen Massnahmen, über die Aufgabe der Polizei, über Grundrechte und Meinungsfreiheit.

Nach und nach wächst die Zahl der Demonstrierenden grösser, die Gruppe ist ziemlich vielfältig: Eltern mit Babies, die Armbinden mit der Aufschrift "Freiheit" tragen, ein Mann mit selbstgebastelter Gasmaske und der Frage auf seinem Transparent: "Dem Bundesrat heute schon gedankt?", eine Frau, die vor dem vermeintlichen Impfzwang warnt, ein gesprächsfreudiger Mann, der mit dem AZ-Reporter sofort eine Diskussion über die Verbindungen zwischen den Anschlägen von 9/11 und den Massnahmen gegen die Coronapandemie beginnt, ein paar Angehörige der rechten Szene, ein Pärchen, das im Hippie-Stil daherkommt. Gemeinsam ist ihnen allen, dass sie absolut friedlich sind und die Anweisungen der Polizei befolgen. Diese beobachtet das Geschehen, führt ein paar Gespräche, hält sich sonst aber im Hintergrund: Personenkontrollen, Platzverweise oder Anzeigen gibt es keine.