Suhr

Demenzkranke Menschen sollen auch im Lindenfeld frei spazieren dürfen

Das Lindenfeld braucht nicht mehr Betten, aber mehr Raum.

Das Lindenfeld braucht nicht mehr Betten, aber mehr Raum.

Das Krankenheim Lindenfeld hat genug Betten, will das Raumangebot aber dennoch ausbauen. Vor allem für demenzkranke Menschen.

Ein leeres Bett ist nicht nur für ein Hotel schlecht, sondern auch für ein Krankenheim. Wenn die budgetierte Zahl der Pflegetage um 2,4 Prozent nicht erreicht wird, wie im Fall des Krankenheims Lindenfeld, so schlägt sich das auf das Geschäftsergebnis nieder. Und so mussten die Vertreter der Verbandsgemeinden an der Versammlung am Mittwoch zur Kenntnis nehmen, dass die Erträge aus den Leistungen an Patienten mit 17,3 Millionen Franken rund 600 000 Franken unter Budget liegen. Der Ertragsausfall konnte allerdings mit Einsparungen bei den Personalkosten und beim Sachaufwand ausgeglichen werden.

Direktor Thomas Holliger begründete die ungenügende Bettenbelegung – sie betrug knapp 92 Prozent – mit der hohen Zahl von Ein- und Austritten, anderseits aber auch mit «einer sich verändernden Vorstellung», wie man das Wohnen im Alter gestalten möchte. «Die Komplexität der Fälle nimmt zu und der Eintritt wird so weit wie möglich hinausgezögert», erklärte Holliger. Das Lindenfeld spüre zudem den Ausbau der geriatrischen Rehabilitation in den Rehakliniken. Dieses Angebot gehe klar zu Lasten des speziellen Leistungsauftrags der Akut- und Übergangspflege, die vor allem Patienten des Kantonsspitals zugute kommt.

Das Krankenheim braucht Platz

Trotzdem braucht das Krankenheim Lindenfeld Platz. Die an Demenz erkrankten Patienten sollen ein Heim bekommen, das ihren Bedürfnissen entspricht. Das heisst: Sie sollen ohne Begleitung ins Freie gehen und hindernisfrei ihren ausgeprägten Bewegungsdrang ausleben können. «Mit der bestehenden Infrastruktur ist das heute nicht möglich», sagte Thomas Holliger. Zudem könnten mit einem Erweiterungsbau die unbeliebten Dreibettzimmer im bestehenden Haus reduziert beziehungsweise eliminiert werden. Das bestehende Raumangebot würde optimiert, zusätzliche Raumreserven für die Entwicklung des Lindenfelds geschaffen. «Konkrete Pläne wollen wir im Herbst vorlegen», sagte Verbandspräsident und Gemeindepräsident Beat Rüetschi, Suhr.

In seinem Jahresbericht spricht auch Rüetschi die Unterbelegung der Betten an: «Für die Heime in der Langzeitpflege wirken sich die Vergünstigungen im Bereich Spitex und die Restkostenübernahme von Krankenkassen und Gemeinden massiver aus als geplant. Wir werden in den nächsten Jahren eher zu viel als zu wenig Pflegebetten haben.»

Der Gemeindeverband Krankenheim Lindenfeld umfasst die Pflegeregion der Planungsverbände Aarau, Lenzburg-Seetal und Suhrental. 31 Gemeinden sind dem Verband angeschlossen. Ab dem 1. Januar 2016 werden Fahrwangen und Meisterschwanden in der Liste fehlen, sie haben beschlossen auszutreten. Laut Rüetschi begründen die beiden Gemeinden ihren Austritt damit, dass seit Jahren keine Patienten aus ihren Gemeinden im Lindenfeld gepflegt worden seien, die Mitgliedergemeinden nicht von Vergünstigungen profitieren könnten und diese dennoch für die Verpflichtungen des Verbandes mithaften müssten.

Zumindest Meisterschwanden wird Lügen gestraft, haben doch Patienten aus dieser Gemeinde im vergangenen Jahr 273 Pflegetage beansprucht. Das ist allerdings nicht viel im Vergleich zur Gesamtzahl von fast 50 000 Pflegetagen. Die Patienten kommen im Übrigen nicht nur aus den Verbandsgemeinden: Wettingen ist ebenso vertreten wie Zofingen, Wohlen, Erlinsbach SO oder Wangen bei Olten.

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