Gränichen

Defizit verdoppelt sich im Budget 2019 – aber keine Steuererhöhung

Es dem Gemeinderat bewusst, «dass Massnahmen geprüft und eingeleitet werden» müssten, um in Zukunft ein strukturelles Defizit vermeiden zu können.

Es dem Gemeinderat bewusst, «dass Massnahmen geprüft und eingeleitet werden» müssten, um in Zukunft ein strukturelles Defizit vermeiden zu können.

Für 2019 wird bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 111 Prozent ein Aufwandüberschuss von rund 500'000 Franken budgetiert.

Das Gränicher Budget 2019 basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 111 Prozent. Schon vor einem Jahr hielt man an diesem Wert fest, der seit 2012 Bestand hat. Technisch gesehen entsprach das im Budget 2018 jedoch einer Steuererhöhung um 3 Prozent, weil der Steuerabtausch mit dem Kanton nicht an die Steuerpflichtigen weitergegeben wurde.

Das Budget für das kommende Jahr weist einen Aufwandüberschuss von 509'300 Franken aus. Gegenüber dem Vorjahresbudget – mit einem Defizit von knapp 253'000 Franken – kommt das einer Verdoppelung gleich. Der Verlust kann aus dem vorhandenen Eigenkapital von rund 50 Mio. Franken (Stand Anfang 2018) respektive den kumulierten Ertragsüberschüssen der Vorjahre gedeckt werden.

Den Unterlagen für die Wintergmeind vom 26. November ist auch zu entnehmen, dass sich anfänglich gar ein Defizit von 2 Mio. Franken abgezeichnet hatte. Deutlich reduziert werden konnte dieses, indem auf Wünschenswertes wie etwa das Redesign der Gemeinde-Homepage und die Fassadensanierung der Mehrzweckhalle verzichtet wurde.

Positiver Cashflow – Keine fremden Mittel

Der Aufwandüberschuss, so der Gemeinderat, dürfe nicht zur Regel werden. Immerhin: Aus der Erfolgsrechnung resultiere ein positiver Cashflow. Sprich: Für die Finanzierung des laufenden Betriebs müssen keine fremden Mittel aufgenommen werden. Es können jedoch nicht alle Abschreibungen mit den Einnahmen gedeckt werden. Die vorliegenden Zahlen seien für ihn unbefriedigend, schreibt der Gemeinderat. Es sei ihm bewusst, «dass Massnahmen geprüft und eingeleitet werden» müssten, um in Zukunft ein strukturelles Defizit vermeiden zu können.

Der betriebliche Aufwand steigt gegenüber dem Budget 2018 um 241'200 Franken. Davon entfallen 113'200 Franken auf den Personalaufwand. Der Transferaufwand (Beiträge an andere Gemeinwesen und private Haushalte) steigt erneut markant an – um 533'500 Franken. Ins Gewicht fallen vor allem die Steigerung beim Bruttoaufwand für die materielle Hilfe und die Alimentenbevorschussungen (+342'500 Franken), die Erhöhung der Beiträge an die Pflegefinanzierung (+90'000 Franken) und die Erhöhung der Schulgelder an die Gemeinde Suhr (+80'900 Franken). Der Besoldungsanteil der Lehrpersonen erhöht sich um 72'400 Franken) Diese weitestgehend fremdbestimmten Mehrkosten konnten mit Einsparungen von 405'400 Franken beim Sach- und beim übrigen Betriebsaufwand einigermassen kompensiert werden. So wurde der Betrag für den baulichen Unterhalt der Verwaltungsliegenschaften um 184'500 Franken reduziert.

Korrektur beim Steuerertrag

Der betriebliche Ertrag kann nur um rund 80 000 Franken gesteigert werden. Nachdem die Steuereinnahmen bei den natürlichen Personen für 2018 mit 17,55 Mio. Franken zu optimistisch budgetiert worden waren, wurden sie nun mit 17,35 Mio. Franken veranschlagt. Aufgrund der aktuellen Eingänge wird bei den Gewinn- und Kapitalsteuern der juristischen Personen mit 700'000 Franken gerechnet– mit 50'000 Franken mehr als im Vorjahr.

Auf betrieblicher Stufe resultiert ein Verlust von rund 1,696 Mio. Franken. Dieser kann mit dem Ergebnis aus der Finanzierung um 1,187 Mio. Franken gemildert werden. Finanzaufwand und -ertrag werden höher veranschlagt als im Vorjahr (+190'000 bzw. +255'000 Franken).

Die Bruttoinvestitionen belaufen sich auf 9,047 Mio. Franken. Mit einer Zahlungstranche von 5 Mio. Franken ist der Werkhofneubau das kostspieligste Projekt. Weitere 2,584 Mio. Franken werden in die Verkehrsinfrastruktur investiert. Den grössten Brocken bildet hier mit 1,654 Mio. Franken die Zahlungstranche für die Erschliessung Oberfeld.

Die Nettoinvestitionen von 8,877 Mio. Franken können zu rund 19 Prozent selber finanziert werden. 4 Mio. Franken müssen am Kapitalmarkt aufgenommen werden. Angesichts der anstehenden Investitionsprojekte, schreibt der Gemeinderat, sei die Selbstfinanzierung von rund 1,6 Mio. Franken bedenklich tief. Gleichwohl kommt der Gemeinderat zum Schluss, dass die Verschuldung in den nächsten Jahren zwar stark ansteigen, aus heutiger Sicht das verkraftbare Mass aber nicht übersteigen werde.

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