Stadion Aarau

Debatte um Stadion Aarau war unerwünscht

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Der Stadtrat zog Nachtragskredit für den Stadionmantel in Aarau zurück. Damit stellt sich die Frage: Wie geht es weiter? Und was geschieht mit dem FC Aarau?

Es wäre ein Traktandum für Diskussionsstoff gewesen: Obwohl der Stadtrat ohne zu fragen weitere 46000 Franken für ein Variantenstudium der so genannten Mantelnutzung unter dem geplanten Fussballstadion im Torfeld Süd hätte sprechen können, wollte er den Nachtragskredit dem Einwohnerrat unterbreiten.

Dieser hatte nämlich im August 2009 von einem ersten Kreditantrag nur einen Bruchteil bewilligt, weil sich magere zwei Sportvereine abzeichneten, welche die subventionierte Fläche für sich nutzen wollten.

Für eine vom Volk bewilligte knappe halbe Million Franken jährlich verlangte das Parlament eine breitenwirksamere, eben «polysportive Mantelnutzung», wie der Projektname heisst.

Eine Diskussion über das nicht unumstrittene Geschäft – die 14 Mio. Franken teure Maximalvariante ist für den Stadtrat «nicht tragbar», steht in seinem Bericht – war nicht erwünscht.

Der Stadtrat zog seinen freiwilligen Antrag zurück, weil er in Erfahrung gebracht hatte, dass die einwohnerrätliche Finanz- und Geschäftsprüfungskommission (FGPK) andernfalls ihrerseits einen Nichteintretensantrag stellen würde.

Was Susanne Heuberger namens der FGPK bestätigte. Der Rückzieher komme «der Sache zugute», dankte Heuberger Stadtammann Guignard.

Steht die Halle besser andernorts?

Das sieht die Fraktion ProAarau-EVP/EW-Grünliberale anders, wie sie gestern Dienstag den Medien mitteilte. Der Einwohnerrat, «den Stadtrat provozierend», habe es verpasst, «Auskunft zu einer langen Liste von Fragen» zu verlangen. Vor allem zur so genannten «Option Verzicht» (Stadtrats-Bericht): «Könnte es in der Gesamtsicht billiger sein, den Bedürfnissen bzw. dem Bedarf der Vereine mit einer vom Stadion unabhängigen Halle zu entsprechen?» Die Fraktion spricht die Schachenhalle an, die saniert oder neu gebaut werden soll.

Aller Voraussicht nach wird die Exekutive die 46000 Franken jetzt selber beschliessen. Schon im Januar hatte sie einen ersten Nachtragskredit über 18000 Franken gesprochen.

Das macht mit den vom Einwohnerrat bewilligten 25000 Franken 89000 Franken. Umfragen bei den städtischen Vereinen hätten ein «grosses Bedürfnis an Hallenflächen» zutage gefördert, steht im Bericht, was zusammen mit «neuen Rahmenbedingungen» des Stadionbauers zu «erheblichen Mehraufwendungen des Architekten» führte.

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