Wakkerpreis
Das wussten die Aarauer schon immer: Nun hat man offiziell die schönste Stadt

Aarau hat den Wakkerpreis gewonnen, weil sie trotz Bauboom nicht hässlich geworden ist. Nun ist Aarau offiziell eine schöne Stadt – etwas, was seine Bewohner schon längst gewusst haben. Dies vor allem dank den zwei Baumeistern der Aarestadt.

Sabine Kuster
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Die Altstadt ist das gut gepflegte Herzstück – und Aaraus lebendigstes Quartier.

Die Altstadt ist das gut gepflegte Herzstück – und Aaraus lebendigstes Quartier.

Chris Iseli

Die Verleihung des Wakker-Preises an Aarau ist die Krönung einer unterschätzten Stadt: Dass Aarau schön ist, davon sind seine Bewohner schon lange überzeugt, denn in den letzten zehn Jahren hat sich der Ort von einer grauen Verwaltungsstadt zur stolzen, kleinen Metropole gemausert. Durch die renommierte Auszeichnung des Schweizer Heimatschutzes wird die Stadt für ihre Schönheiten nun breiter bekannt.

Mit dem Zug durch Aarau gefahren ist wohl schon fast jeder Schweizer. Möglich, dass nun öfter mal einer aussteigt, um sich selber anzusehen, wofür Aarau gelobt wird. Denn Städte, die wachsen und sich deshalb verdichten müssen, gibt es in der Schweiz viele andere.

Der Schweizer Heimatschutz findet, Aarau sei ein besonders vorbildliches Beispiel dafür. Für Quartiere und Stadtteile wurden Strategien erarbeitet, damit sie ihren Charakter behalten oder neue Identitäten ent wickeln. Dies sei schweizweit wegweisend.

Aarau ist offiziell schönste Stadt

Aarau ist nun auch offiziell eine schöne Stadt. Und sie hat sich das verdient: Die Altstadt wurde autofrei und renoviert, das ganze Gebiet um den Bahnhof, inklusive Bahnhof selbst und Bushof ist neu gestaltet, die Pärke wurden saniert, moderne Wohngebiete entstehen.

Aarau wurde mit dem Wakkerpreis ausgezeichnet, weil sich die Stadt «qualitätsvoll verdichtet» habe. Anders gesagt: Aarau ist trotz Bauboom nicht hässlich geworden. Trotz der Bauerei hat Aarau sein Gesicht nicht verloren. Dafür verdienen die Stadtplaner Respekt und Anerkennung. Allen voran Stadtbaumeister Felix Fuchs. Aber es ist nicht nur ihm zu verdanken: Auch innovative Private haben dazu beigetragen, dass Aarau nebst moderner auch lebendiger wurde.

Der Schweizer Heimatschutz stellt viele moderne Gebäude in den Mittelpunkt des Lobes. Auch die sanierte Altstadt wird erwähnt. Ironischerweise ist noch immer sie das Herz der Lebendigkeit und der schönste Ort in Aarau. Zu loben wären da eigentlich auch die Stadtbaumeister im Mittelalter. So dichte Stadtkerne, in denen man sich dennoch extrem wohlfühlt, werden heute nicht mehr gebaut.

Aarau ist auch ausserhalb der alten Mauern schön. Doch auch das verdankt die Stadt nicht nur den Stadtplanern. Sondern auch der geografischen Beschränktheit: Eingezwängt zwischen Jura und einem Hügelzug im Süden, konnte die Stadt nie wuchern. So hat auch das Gefälle zwischen Gartenstadt, Innenstadt und Schachen dafür gesorgt, dass in Aarau eigenständige Quartiere entstanden und bewahrt blieben. Die Topografie war Aaraus ältester Baumeister.