Schon am frühen Nachmittag herrscht im Jugendtreff Wenk ein emsiges Treiben. Es wird geklebt, gehämmert und gestrichen. Doch was passiert hier genau? Christoph Rohrer (33) aus Basel und Jugendarbeiter im Wenk bringt Licht ins Dunkel: «Im Rahmen des neuen Jugendkonzeptes haben wir in diversen Schulklassen nachgefragt, was die Schüler sich für den Jugendtreff wünschen.» Herausgekommen ist dabei unter anderem der Wunsch nach einem neuen Look für den in die Jahre gekommenen Jugendtreff.

Um die Jugendlichen in den ganzen Prozess mit einzubinden, habe man sich entschieden, sie in die Umbauarbeiten mit einzubeziehen, erklärt Rohrer. Nicht nur ihre Hilfe beim Umbau sei gefragt, sondern auch ihre eigenen Ideen und Vorschläge. Sie seien es ja, die hier viel Zeit verbringen und sich auch wohlfühlen sollen. Für den Umbau ist der ganze Monat April eingeplant. Während dieser Zeit ist das «Wenk» geschlossen. Wer in den Frühlingsferien noch nichts vorhabe und sich an der Gestaltung beteiligen möchte, sei herzlich eingeladen, zwischen 14 und 17 Uhr zu erscheinen. Die Jugendarbeiter haben sich viel vorgenommen: «Der Umbau ist eine neue Chance für innen und aussen. Wir streichen die Fassade neu, gestalten das Schaufenster um, und auch die Gartenlounge soll gemütlicher werden.» Je nach Zeit und Budget wird auch an der Inneneinrichtung einiges geändert.

Geführt wird das «Wenk» von der städtischen Jugendarbeit. Das Gebäude selbst gehört dem Kanton und wird von der Stadt Aarau gemietet. Am 4. Mai wird mit einem Tag der offenen Tür das neu geschminkte Wenk vorgestellt. Von da an ist auch wieder das übliche Programm angesagt. Das heisst: Der Jugendtreff ist an mehreren Tagen entweder am Nachmittag oder am Abend für die Jugendlichen geöffnet. Im vergangenen März zum Beispiel war das der Fall für einen Henna-Abend, ein gemeinsames Abendessen oder ein «Töggeli»- Turnier. Jeweils am Samstag werden die Räumlichkeiten für Privatpartys und Konzerte vermietet. Dies mit grossem Erfolg wie Rohrer sagt: «Zum Teil könnten wir die Räume an Samstagen doppelt vermieten, meistens sind wir auch über längere Zeit völlig ausgebucht.» Das Konzept funktioniere einwandfrei. Im Rahmen der Umfragen haben die Schüler auch einige Vorschläge zum Programm eingebracht. Eine Umsetzung derselben sei zurzeit aber noch nicht spruchreif. Man dürfe sich aber auf weitere, neue Pläne freuen, sagt Rohrer.

Christoph Rohrer ist seit bald sieben Jahren der inoffizielle Leiter des «Wenk». «In meinem Jobbeschrieb», sagt er, «bin nur als ‹einfacher› Sozialarbeiter eingetragen. Doch für die beiden anderen Mitarbeiter habe ich eine Führungsrolle, da ich mit 80 Prozent das höchste Arbeitspensum wie auch die mit Abstand grösste Erfahrung mitbringe.» Seine Arbeitskolleginnen sind Sarah Kaiser (25) und Jessica Zybach (26). Kaiser studiert Soziale Arbeit in Olten. «Nach meinem Ausbildungspraktikum hier im Wenk wurde mir eine 60-Prozent-Stelle angeboten.» Die Aarauerin arbeitet seit drei Jahren hier und legt bei allen anfallenden Arbeiten Hand an. Zurzeit wird die Gartenlounge neu gestrichen. «Sie soll endlich wieder schön und gemütlich wirken», meint Kaiser. Jessica Zybach, arbeitet nur zwei Tage in der Woche im «Wenk». Hauptberuflich ist sie als Oberstufenlehrerin in Kölliken engagiert.