Oberentfelden

Das Transportunternehmen Dreier kauft das GE-Areal und hat grosse Pläne

Die Suhrer Firma legt mehrere Standorte zentral auf dem Oberentfelder Gelände zusammen.

Es war eine Hiobsbotschaft, als General Electrics 2018 verkündete, im Aargau 1200 Stellen zu streichen und unter anderem den Standort in Oberentfelden zu schliessen sowie die 500 Stellen nach Birr zu verlegen. Doch jetzt hat das GE-Areal in Oberentfelden einen neuen Besitzer: das Transportunternehmen Dreier AG mit Sitz in Suhr. Entsprechende Informationen der AZ sind von mehreren Quellen bestätigt worden.

Das ist in mehrfacher Hinsicht eine gute Nachricht: Mit dem Kauf bleibt die Dreier AG dem Kanton Aargau mit dem Kerngeschäft und den Hauptaktivitäten erhalten. Die Expansionspläne, die auf mehrere Standorte verteilten Produktgruppen in einem Neubauprojekt im solothurnischen Egerkingen zu bündeln, sind vom Tisch. Gestärkt wird mit Dreiers Standortbekenntnis wohl auch das Hupac-Terminal in Aarau. Und ein Glücksfall ist die Übernahme nicht zuletzt auch für die Gemeinde Oberentfelden.

«Jahrhundertereignis für unsere Firma»

Wie gross die Tragweite dieses Kaufes ist, bestätigt ein internes Schreiben von Dreier, das der AZ vorliegt: Darin bezeichnet CEO Hans-Peter Dreier den Kauf als «Generationenprojekt» und als «Jahrhundertereignis für unsere Firma.»

Einen Standort wie das GE-Areal mit diesen Dimensionen in unmittelbarer Nähe zum Autobahnanschluss zu erwerben, sei eher als schöner Traum erschienen denn realistisch zu sein, so die Mitteilung weiter. Entsprechend gering habe man die Chance eingeschätzt, den Zuschlag zu erhalten.

«Mit sehr viel Freude durften wir dann zur Kenntnis nehmen, dass wir als Sieger aus dem Rennen gingen, da das Gesamtpaket für GE stimmte», schreibt Dreier. «Das Jahr 2019 wird in die Geschichte eingehen.»

Standort in Hunzenschwil wird verkauft

Auf dem gewaltigen GE-Areal mit 60 000 m2 Grundfläche sowie einer Gebäudegrundfläche von 19 000 m2 wird Dreier nun zentral die bisherigen Standorte Aarau (ehemaliges Hangartner-Areal in der Telli), Lenzburg (im Industriegebiet zwischen Hero und A1) und Hunzenschwil (beim Coop-Verteilzentrum) zusammenlegen.

Die Büros in Suhr und Gränichen werden teilweise nach Oberentfelden ziehen. «Wir gehen davon aus», so das interne Schreiben, «dass in circa zwei Jahren mit dem mit Umzug begonnen wird und im Laufe des Jahres 2023 spätestens alles in Oberentfelden sein dürfte.» Bis Dreier einzieht, bleibt GE am Standort. Wann genau der GE-Umzug nach Birr stattfindet, ist nicht bekannt.

Das Land in Egerkingen wird in den nächsten drei Jahren verkauft, ebenfalls der Standort Hunzenschwil. In Aarau und Lenzburg ist Dreier eingemietet. Behalten wird Dreier den Standort Gunzgen SO; erst im September hatte die Gruppe hier den Textillogistikpark der M+R Spedag Gruppe übernommen (AZ vom 4. September). Mit dieser Übernahme wurde Dreier zum nationalen Logistikmarktleader für hängende Textilien.

Zu Egerkingen steht im internen Schreiben: «Wir stellten aber fest, dass der geplante Bau bereits wieder zu klein ist und das Terrain keine grösseren Pläne zuliess. Auch ein Verlust von Mitarbeitern, was den Umzug von Hunzenschwil nach Egerkingen betrifft, hätte eventuell in Kauf genommen werden müssen.»

Gemeindeammann ist froh über Nachfolgelösung

Markus Bircher, Gemeindeammann von Oberentfelden, ist froh, dass mit Dreier eine Nachfolgelösung für das GE-Areal gefunden ist. «Als bekannt wurde, dass GE den Standort Oberentfelden aufgeben wird, haben wir uns in der Gemeinde stark damit beschäftigt, was hier anstelle hinkommen könnte. Dass es nun die Dreier AG sein wird, die das Areal übernimmt, ist eine gute Nachricht für uns.»

Nicht nur, weil Dreier das gesamte Areal übernehmen wird und so die Aufsplittung auf mehrere Eigentümer oder Mieter entfällt. «Dreier ist ein verlässliches, bekanntes Traditionsunternehmen», sagt Bircher. «Wir laufen damit nicht Gefahr, dass aus dem Areal eine Industriebrache wird.»

Ein Logistikunternehmen bedeutet aber auch Lastwagenverkehr. «Das beobachten wir natürlich kritisch», so Bircher. «Aber den Lastwagenverkehr hatten wir auf der Umfahrungsstrasse bislang auch.» Künftig würden die Lastwagen an der Kreuzung statt nach Suhr einfach nach Oberentfelden abbiegen. «Das Areal ist dafür aber optimal gelegen. Solange die Lastwagen nicht durchs Dorf fahren, sehen wir kein Problem.»

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