Wasserleitungen
Das Tauwetter deckt nun die lecken und geborstenen Wasserleitungen auf

Die wärmeren Temperaturen tauen das Eis, auch in den Wasserleitung. Das Eis sprengte mehrere Wasserrohr. Nun drohen wegen der aufgebrochenen und kaputten Leitungen Wasserschäden.

Anna Wanner
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Kaputte Wasserleitungen wegen der Kälte

Kaputte Wasserleitungen wegen der Kälte

Annika Bütschi

Wegen eingefrorener Leitungen mussten die Handwerker der Sanitär Müller AG diesen Winter 25-mal ausrücken. «Das ist aussergewöhnlich», erklärt Rolf Müller, Inhaber der Sanitärfirma aus Kölliken. Seit mehr als zwanzig Jahren habe er nicht mehr so viele Aufträge wegen Eisschäden erhalten. «Letzte Woche mussten wir vier Leitungen reparieren.» In anderen Jahren sei es maximal eine gewesen. «Aber: Es war eben seit den 80er- Jahren nicht mehr so kalt wie jetzt», erklärt Müller die zahlreichen Rohrbrüche in der Region.

Kunststoff sicherer als Metall

Rolf Müller ist als Brunnenmeister für die Wasserversorgung von Kölliken, Moosleerau und bald auch Oberentfelden zuständig. Dass eine Wasserversorgungsleitung aufbreche, sei nicht ungewöhnlich. «Die sind zum Teil bis zu 100 Jahre alt», sagt er.

Äusserst selten seien hingegen gefrorene Wasserleitungen in Privathaushalten. «Betroffen sind ältere Häuser oder schlecht isolierte Geschäftsliegenschaften.» Bei Neubauten besteht laut Müller kaum Gefahr, dass Wasserleitungen wegen der Kälte Schaden nehmen.

Und wenn doch, handle es sich meist um metallene Gussleitungen. «Kunststoffleitungen sind zu 99,9 Prozent sicher», sagt er. Dass heute noch Wasser in Leitungen gefriert, sei aber auch auf handwerkliche Schlamperei zurückzuführen: «Nur exponierte Leitungen frieren bei diesen Temperaturen ein.» Müllers Tipp: Den Wasserhahn laufen lassen. Dann kann das Wasser nicht gefrieren. Er relativiert aber gleich selbst: «Dafür schlägt es auf den Wasserzähler.»

Schäden nach dem grossen Tauen

In den kommenden Tagen wird es zwar wärmer, aber die Arbeit der Sanitär Müller AG nimmt kaum ab. «Viele Schäden kommen erst zum Vorschein, wenn das Eis taut und das Wasser aus einer lecken Leitung rinnt», sagt der Spezialist. Die grössten Schäden entstehen dann, wenn das Leck lange nicht entdeckt wird. «Wer verreist, sollte darum den Hauptwasserhahn einfach ganz abstellen», empfiehlt Müller. So laufe das Wasser nicht unbemerkt aus. Ein grösserer Wasserschaden kann verhindert werden.

Kaputte Wasserleitung wegen der Kälte Das Eis sprengte Chromstahlrohr der Länge nach.

Kaputte Wasserleitung wegen der Kälte Das Eis sprengte Chromstahlrohr der Länge nach.

Walter Christen