Aarau

Das Steueramt soll ins halb leere Gebäude ziehen — eine Verlegung der Stadtpolizei wäre zu teuer

Das Haus Heinerich-Wirri-Strasse 3 ist in Stadtbesitz.

Das Haus Heinerich-Wirri-Strasse 3 ist in Stadtbesitz.

Der Aarauer Stadtrat scheint einen Weg gefunden zu haben, wie mittelfristig Geld gespart werden kann. Nun zahlt sich der Kauf der Liegenschaft Heinerich-Wirri-Strasse 3 doch noch aus.

Vor acht Jahren haben die Aarauer Stimmbürger den 7,9 Millionen Franken teuren Kauf der Liegenschaft Heinerich-Wirri-Strasse 3 genehmigt. Dieser Kauf hat Aarau bisher wenig Glück gebracht – abgesehen davon, dass er dazu beigetragen hat, dass die Gastro Social (ehemals Wirtepensionskasse) in der Stadt blieb (heute im Hochhaus beim Gais-Kreisel).

Politisch brisant war der im Winter 2017 gefällte Entscheid des Stadtrats, keine Verwaltungsabteilungen im Gebäude einzuquartieren. Versuche, den aus den Sechzigerjahren stammenden Bau an Dritte zu vermieten, verliefen erfolglos (abgesehen GönHort).

Die Stadtpolizei könnte an die Laurenzenvorstadt umziehen

Im Frühling beantragte der Stadtrat dem Einwohnerrat einen 2,7-Mio.-Kredit. In der Botschaft gab er sich optimistisch, dass das Gebäude nach der Sanierung vermietet werden könne. Doch der Einwohnerrat bewilligte nur 800'000 Franken für Heizung und Lüftung. Gleichzeitig verlangte er eine eingehende Überprüfung der Liegenschaft als möglichen Verwaltungsstandort.

Zur Diskussion standen primär all die Abteilungen, die aktuell im Gebäude der Hauptpost an der Bahnhof- und Poststrasse eingemietet sind. Also die Sozialen Dienste, die Abteilung Sicherheit (Stadtpolizei) und die Abteilung Steuern. Die Stadt zahlt für deren Räume jährlich 509'800 Franken Miete. Die Verträge laufen bis Ende April 2022.

Wie der Stadtrat in seiner jetzt veröffentlichten, neuen Botschaft an den Einwohnerrat schreibt, wäre eine Verlegung der Sozialen Dienste an die Heinerich-Wirri-Strasse wohl räumlich möglich, aber teuer (1,3 Mio. Fr. Ausbaukosten) und mittelfristig nicht sinnvoll. Denn es dürfte, so der Stadtrat, «im Rahmen des Projekts Zukunftsraum Aarau eine erneute Verschiebung dieser Abteilung bevorstehen». Das heisst: Sie wird, falls der Zukunftsraum vom Volk genehmigt wird, wohl aus Aarau wegverlegt.

Noch teurer wäre der Umzug der Stadtpolizei: Die Umbauten würden wegen der speziellen Bedürfnisse der Polizei rund 1,8 Millionen Franken kosten. Und: Der Stadtrat sieht für die Polizei eine andere Umzugsvariante: Sie soll in das Amtshaus an der Laurenzenvorstadt, in dem bis voraussichtlich Mitte 2027 die Kantonspolizei einquartiert ist (sie zieht dann in einen Neubau in der Telli), einziehen. Die Abteilung Sicherheit werde dort «eine für das Polizeiwesen ideale Infrastruktur vorfinden», schreibt der Stadtrat.

Einwohnerrat soll 2,5 Millionen Franken bewilligen

Bleibt der Umzug der Abteilung Steuern, der vom Stadtrat dem Einwohnerrat beantragt wird. Dies in Kombination mit der Einquartierung der Geschäftsstelle der Kreisschule Aarau-Rohr (ist vom Kreisschulrat bereits einmal abgelehnt worden). Die bisherigen, zu kleinen Schulbüros im Hammer könnten, so der Stadtrat, in Wohnungen umgebaut werden. Zudem entstünde an der Heinerich-Wirri-Strasse noch gewisser Reserveraum.

Kosten würde das alles 2,5 Millionen Franken, die der Einwohnerrat nun bewilligen soll.

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