Suhr

Das Stau-Chaos wird zum Politikum

Ganz Suhr ist eine Baustelle. Wie lange die Durchfahrt dauert, ist für Auto- und Lastwagenfahrer schwer abzuschätzen. ASU

Ganz Suhr ist eine Baustelle. Wie lange die Durchfahrt dauert, ist für Auto- und Lastwagenfahrer schwer abzuschätzen. ASU

Grossrat Rolf Haller (EDU, Zetzwil) stellt dem Regierungsrat Fragen zur Baustelle in Suhr.

Wer Nervenkitzel will, muss derzeit nicht ins Casino – eine Fahrt von Aarau ins Wynental, durch die Kantonsstrassen-Baustelle in Suhr, reicht völlig. Schafft man es in weniger als 10 Minuten vom «Möbel Pfister» nach Gränichen und ist dann viel zu früh für den Termin – oder braucht man 40 Minuten für dieselbe Strecke und kommt zu spät? Beides ist realistisch, wie ein AZ-Selbstversuch letzten Donnerstag – einmal am Vor- und einmal am Nachmittag – zeigte. Doch das Stau-Puff sorgt, im Gegensatz zu einem Casinobesuch, nicht für Vergnügen.

«Unverständnis und Unmut»

Nun wird die Riesenbaustelle zu einem Politikum auf kantonaler Ebene. Grossrat Rolf Haller (EDU, Zetzwil) hat dem Regierungsrat eine Interpellation zukommen lassen. «Die vor wenigen Monaten begonnenen Bauarbeiten stossen bei der Bevölkerung sowie sämtlichen Verkehrsteilnehmern auf Unverständnis und Unmut», schreibt Haller.

Am stärksten von der «unglücklichen Verkehrsituation» betroffen seien die Verkehrsteilnehmer, die aus dem Wynental kommend nach Aarau/Buchs oder Oberentfelden gelangen wollen. «Es ist während dem täglichen Berufsverkehr nicht abschätzbar, wie hoch der Zeitverlust für die Durchquerung der Baustelle ist, dieser aber gut und gerne bis zu einer Stunde betragen kann», klagt Haller. «Dieser Zustand ist für die gesamte Dauer der Bauphase (bis 2020) für die Verkehrsteilnehmer nicht zumutbar.»

Und weiter: «Ist sich die Regierung bewusst, dass der hohe zeitliche Verlust bei der Durchfahrt für das Gewerbe und die betroffenen Automobilisten einen massiven Schaden verursacht? Was wird dagegen unternommen»

Haller fragt den Regierungsrat, ob es wirklich stimme, dass die Arbeiten nur im Ein-Schicht-Betrieb ausgeführt würden – und wenn ja, weshalb. Ausserdem will er wissen, ob das zuständige Departement andere Verkehrsführungen oder weitere Umleitungen geprüft habe und welche Massnahmen getroffen worden seien, um «die gefährliche Situation des Langsamverkehrs zu entschärfen».

Hindernisparcours: eine Fahrt auf der Suhrer Tramstrasse

Hindernisparcours: eine Fahrt auf der Suhrer Tramstrasse im März.

Ausserdem fordert Grossrat Haller eine Erklärung dafür, weshalb «die Verkehrsteilnehmer beim Knoten Kreuz nicht nach links abbiegen können», sondern «zusätzlich über den sonst schon stark befahrenen Kreisel bei Möbel Pfister geführt werden».

Rolf Haller wird die Interpellation an der Grossratssitzung vom 5. Juni formell einreichen. Danach hat der Regierungsrat drei Monate Zeit, um eine Antwort zu formulieren.

Einsprachen jetzt möglich

Derweil hat der Gemeinderat Suhr endlich noch die offizielle Publikation «Temporäre Aufhebung einer Verkehrssignalisation» nachgeholt. Sie betrifft das Lastwagen-Fahrverbot auf der Achse Ringstrasse–Obertelweg– Wältimattweg (im amtlichen Inserat steht fälschlicherweise «Oberfeldweg»).

Als Mitte April absehbar wurde, dass diese Massnahme die Stau-Situation etwas entschärfen könnte, fasste der Gemeinderat den entsprechenden Beschluss. Aufgrund der Dringlichkeit wurde dieser sofort umgesetzt, die Publikation sollte parallel erfolgen. Nun hat der Gemeinderat diese veranlasst. Die Publikation bedeutet, dass nun ab sofort und bis zum 25. Juni Einsprachen möglich sind.

Die Aufhebung des Lastwagen-Fahrverbots gilt nur bis zur Aufhebung des Links- und Rechtsabbiegeverbots Bernstrasse und Gränicherstrasse.

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