Es gibt einen Grund, wieso schon das erste Windows-Betriebssystem ein Spiel eingebaut hatte. Der Spass stand dabei nicht im Vordergrund. Die PC-User der ersten Stunde sollten beim Solitär lernen, wie man mit der Computer-Maus Objekte verschiebt. Seit es den Menschen gibt, spielt er. Und mit den Computern wurden die Spiele digital. Diesen widmet das Stadtmuseum die interaktive Ausstellung «Play».

«Digitale Spiele sind Teil der Alltagskultur», sagt Kurator Marc Griesshammer. An der Game-Messe in Zürich werden am kommenden Wochenende 30'000 Besucher erwartet. Die Ausstellung im Stadtmuseum richtet sich sowohl an die neuste Generation, die schon im Kinderwagen ein Smartphone in der Hand hat, wie auch an ein «gamefernes Publikum».

Rettet das Stadtmuseum

Die Ausstellung beginnt auch gleich mit einem Game, bei dem man das Stadtmuseum vor einem Hackerangriff retten muss. Ausgerüstet mit einem Tablet werden die Besucher Teil eines Spiels, bei dem es verschiedene Probleme zu lösen gibt. Im Game durchqueren sie die Ausstellung und erhalten so gleich einen ersten Eindruck. Die Grenzen zwischen Museum und virtueller Realität verfliessen. Mit allen Sinnen wird man Teil des Spiels.

«Du willst doch nicht, dass die Welt ein schlechtes Spiel wird?», fragt ein Charakter aus dem Tablet. Um weiterzukommen, müssen zum Beispiel Gegenstände aus der Ausstellung fotografiert werden. Es gibt verschiedene Versionen des Spiels – für Anfänger bis Fortgeschrittene. Denn anfällig für Spiele sind wir alle. Dies machen sich die Gameentwickler zunutze. Mittlerweile gibt es nicht nur Spiele, die der Unterhaltung dienen, sondern auch «Serious Games» – ernsthafte Spiele. Die Bandbreite bei diesen Spielen ist sehr gross, von der Sprach-Lern-App über Simulatoren von Kriegsschauplätzen für Soldaten.

Die Ausstellung spricht verschiedene Aspekte des Spielens an und erklärt, wieso wir so gern spielen. «Gamification» ist ein wichtiger Begriff, er beschreibt die Motivation der Spielenden, die mit Fortschrittsbalken oder virtuellen Sternchen zur Belohnung verstärkt werden kann. Dieses positive Gefühl kann süchtig machen. Die Sucht wird in der Ausstellung ebenso thematisiert wie Sexismus in Games oder die Verantwortung von Eltern. Dazu können in der Ausstellung diverse Spiele ausprobiert werden.

Zum Spielen gehört auch das Verlieren. Solange das Scheitern interessant bleibt, spielen wir weiter, heisst es in der Ausstellung. Beim interaktiven Einstiegsgame muss jedoch keine öffentliche Schmach befürchtet werden, alle Routen führen zum Erfolg.

«Play»: Die Ausstellung wird am Donnerstag, 20. September eröffnet. Beginn der Vernissage ist um 18 Uhr, nach einem Grusswort von Stadtrat Daniel Siegenthaler führt Kurator Marc Griesshammer in die Ausstellung ein. «Play» wird bis Juli 2019 im Stadtmuseum gezeigt.