Aarau
Das Schulhaus mit der schönsten Aula ist festlich eingeweiht

21 Millionen Franken sind in den vergangenen vier Jahren in das Pestalozzischulhaus gesteckt worden. Gut investiertes Geld, wie unteren anderen Bildungsdirektor Alex Hürzeler an der Einweihung betonte.

Hubert keller
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Rektor Erich Leutenegger begrüsst die Gäste in der Aula, im Prunkstück des renovierten Pestalozzischulhauses.

Rektor Erich Leutenegger begrüsst die Gäste in der Aula, im Prunkstück des renovierten Pestalozzischulhauses.

Chris Iseli

140 Jahre ist es her, dass zwei Donatoren, Christoph Conrad und Guido Hunziker, der Stadt 180 000 Franken und ein grosses Grundstück schenkten, damit diese endlich eine rechte Schule bekomme. Diese Schule ist in den vergangenen vier Jahren für 21 Millionen Franken von Grund auf erneuert und am Freitagabend festlich eingeweiht worden. «Ein Hochgefühl», sagte Rektor Erich Leutenegger und zitierte mit sichtlichem Stolz Reto Nussbaumer, den kantonalen Denkmalpfleger: «Das Pestalozzischulhaus hat nun die schönste Aula.» Und in dieser fand denn auch der gediegene Festakt statt, den die Aargauer Bläsersolisten musikalisch umrahmten.

Architekt Michel Rappaport, Zürich, erwähnte die komplexe Aufgabenstellung, der sich sein Team gegenübersah. Das Gebäude steht nämlich unter kantonalem Schutz, trotz der Eingriffe in den 70er- und 80er-Jahren, als viel der früheren architektonischen Qualität zerstört worden war. Aus denkmalschützerischer Sicht bleib, wie Reto Nussbaumer erklärte, die Aula, das Herzstück der neuen Schule, mit der die ursprüngliche Architektur nachempfunden wurde.

Das Gebäude erhielt eine moderne Infrastruktur, die Haustechnik wurde vollständig ersetzt und das Gebäude energetisch auf den neusten Stand gebracht.

Zeitgemässe Berufsbildung

«Das neue Pestalozzischulhaus ermöglicht eine zeitgemässe Vorbereitung aufs Berufsleben», sagte Bildungsdirektor Alex Hürzeler, der von seinem Arbeitsplatz im Behmen Süd aus beobachten konnte, wie sinnvoll die Beiträge des Kantons eingesetzt wurden. Er unterstrich in seiner Rede die Bedeutung des dualen Berufsbildungssystems, einer Stärke der Schweiz. «Kein Land hat eine so niedrige Jugendarbeitslosigkeit wie wir, und dazu trägt auch die Handelsschule KV Aarau bei.»

Stadtpräsidentin Jolanda Urech hat vor über 20 Jahren selber im Pestalozzischulhaus unterrichtet, Mathe, deutsche Korrespondenz und Staatskunde. Sie gab ihrer Freude Ausdruck, dass das geschichtsträchtige Gebäude seine repräsentative Wirkung wieder zurückgewonnen hat. Und Stadtrat Lukas Pfisterer freute sich, dass er wieder den Haupteingang an der Bahnhofstrasse benutzen konnte. Aus den Parkplätzen wurde ein stattlicher Vorplatz.

Daniel Vogler, Präsident des Schulvorstands, machte darauf aufmerksam, dass sich die Schule nicht nur äusserlich, sondern auch innerlich gewandelt hat. «Die Schule muss auf den Markt und die sich ändernden Einflüsse reagieren können.» Von der Schule seien heute Marktdenken und Qualitätsmanagement gefordert, um bestehen zu können.