Aarau

Das Schuhhaus Storchen muss schliessen

Das Schuhhaus Storchen schliesst im nächsten Frühling.

Nicht finanzielle Gründe führen zur Schliessung sondern, sondern der Strukturwandel mit fehlender Kundschaft und erodierendem Umsatz.

Das Schuhhaus Storchen an der Laurenzentorgasse 8 schliesst im Frühling 2020. Das teilte das Unternehmen Frank, zu dem auch die Schuhhäuser Frank in Möhlin, Frick und Sissach gehören, gestern mit.

«Obwohl das Traditionsunternehmen finanziell auf stabilem Fundament steht, ist dieser Schritt wegen des Strukturwandels mit ausbleibender Kundschaft und erodierenden Umsätzen unvermeidlich», heisst es in der Medienmitteilung. «Der geordnete Rückzug hat für die Familie Frank höchste Priorität.»

Die 12 Mitarbeiterinnen an allen Standorten seien informiert. Besonders wegen des langjährigen Personals sei der Entscheid äusserst schwergefallen, so Nicole Frank, die seit 2012 gemeinsam mit ihrem Bruder Oliver die Ladenkette in dritter Generation führt.

Auch sie selbst müssten sich laut Medienmitteilung nun beruflich neu orientieren. Vater Ernst Frank bringt es auf den Punkt: «Auch wenn sehr viel Leidenschaft in unserem Geschäft steckt, haben wir jetzt den Mut aufzuhören.»

Sinkende Umsätze, Stammkunden gehen aus

Seit Jahren würden die Umsätze sinken, heisst es weiter in der Medienmitteilung. Die stabile Stammkundschaft werde älter, Nachfolge sei nicht in Sicht. Der Onlinehandel überrolle das klassische Ladengeschäft, so Oliver Frank.

Beim Etablieren von neuen Absatzkanälen und Verkaufsinstrumenten werde man von den Lieferanten kaum unterstützt. Dadurch, dass Hersteller vor allem sehr angesagte Produkte gar nicht mehr an kleinere Firmen lieferten, würden deren Marktchancen weiter torpediert.

Laut Medienmitteilung versuchte die Familie 2013, den Umschwung zu schaffen, indem sie eine zusätzliche Filiale in Rheinfelden eröffnete und somit das Einzugsgebiet vergrösserte.

«Doch auch die Expansion führte nicht zum Erfolg», so die Medienmitteilung. 2017 wurden die Filialen in Brugg und Rheinfelden geschlossen. «Das umsichtigste Geschäftsverhalten verpufft, wenn man die Kundenfrequenz und das nötige Umsatzvolumen nicht mehr generiert», sagt Nicole Frank.

In der Mitteilung zeigt sich die Familie Frank «überzeugt, in den vergangenen Jahren alles Menschenmögliche zur Erhaltung ihres Lebenswerks unternommen zu haben». Bis zur finalen Schliessung aller ihrer Ladengeschäfte im Frühjahr 2020 herrscht Normalbetrieb.

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